Strategy und Strive: Bitcoin-Käufe versus Vorzugsdividenden
Vorzugsaktien haben Käufe von fast 136.000 Bitcoin finanziert. Steigende Dividenden und Rückkäufe könnten den Spielraum von Strategy und Strive jedoch begrenzen.

Die Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy (MSTR) und Strive (ASST) stehen vor einem Balanceakt: Sie brauchen frisches Kapital für weitere Bitcoin-Käufe, müssen aber zugleich das Interesse der Anleger an den ewigen Vorzugsaktien erhalten, die dieses Kapital liefern. So lautet die Einschätzung von Fidelity Digital Assets und mehreren Analysten.
Laut einem Bericht von Fidelity-Analyst Zack Wainwright finanzierten Vorzugsaktien seit 2025 bis zum 5. Oktober den Kauf von 135.979 BTC. Das entspricht mehr als 0,5 Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots. Strategy dominiert den Markt mit fünf Vorzugsaktienklassen; die erste, STRK, kam im Februar 2025 auf den Markt. Fidelity beziffert den Markt für Bitcoin-Vorzugsaktien auf rund 12 Milliarden US-Dollar – wenig im Vergleich zum globalen Rentenmarkt von 150 Billionen Dollar.
Neue Anlegergruppe
Perpetual Preferreds liegen zwischen Anleihen und Stammaktien, zahlen regelmäßige Dividenden, bieten kein Stimmrecht und haben keine Laufzeit. Das senkt den Refinanzierungsdruck und spricht Anleger an, die Bitcoin nicht direkt halten wollen. StoneX-Analyst Mark Palmer sagte, die Papiere hätten Bitcoin zu Einkommensinvestoren gebracht, die ETFs nie erreicht hätten. Ryan Rasmussen von Bitwise erwartet dennoch, dass ETFs langfristig die größere Nachfragequelle bleiben und Vorzugsaktien als zweiter Rückenwind für renditeorientierte Anleger wirken.
Die Kosten der Finanzierung
Die Verpflichtungen sind real. James Butterfill von CoinShares zufolge sammelte STRC, das eine variable Dividende von aktuell rund 12 Prozent zahlt, 2026 bis Ende Juli 7,5 Milliarden Dollar ein – mit wiederkehrenden Dividendenkosten. Alex Blume von Two Prime verwies darauf, dass STRC Ende Juni kurzzeitig in den Bereich von 70 Dollar fiel. Der Kurs hängt also auch von Management und Marktlage ab. Aktuell liegt er bei etwa 99,40 Dollar.
Palmer nannte die Nachfrage „reflexiv“: Käufe über Vorzugsaktien setzen einen Kurs nahe dem Nennwert voraus. Darunter wird neue Ausgabe unattraktiver, Unternehmen könnten Rückkäufe bevorzugen. Butterfill zufolge gab Strategy zuletzt 193 Millionen Dollar für STRC-Rückkäufe aus, kaufte aber nur 267 Bitcoin; das Rückkaufprogramm wurde auf 3 Milliarden Dollar erhöht. Rückkäufe senken künftige Dividendenlasten, konkurrieren aber mit Bitcoin-Käufen. Strategy hat bereits Bitcoin verkauft, um Dividenden zu zahlen.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten dagegen rund 57 Milliarden Dollar kumulierte Nettozuflüsse und verwalten etwa 106 Milliarden Dollar. Rückgaben können die ETF-Nachfrage umkehren, hinterlassen aber keine Dividendenpflicht.
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