Oracle sagt Partnern für KI-Vertrieb 1 Mrd. Dollar in vier Jahren zu
Oracle investiert über vier Jahre eine Milliarde Dollar in Partner, die seine Software bauen, verkaufen und installieren, und lockert die Marketplace-Regeln.

Oracle will in den nächsten vier Jahren eine Milliarde Dollar in Unternehmen investieren, die seine Software entwickeln, verkaufen und einrichten. Das teilte der Konzern am Donnerstag auf der Konferenz AI World in Las Vegas mit. Partner sollen so stärker von der Nachfrage nach KI profitieren.
Das Geld fließt in das Partnerprogramm. Es deckt Schulungen und Zertifizierungen, Test- und Demo-Umgebungen, Mittel für die Migration von Kunden in die Oracle-Cloud sowie Unterstützung beim Verkauf über Oracle Marketplace ab, den Online-Shop des Unternehmens für Business-Software.
Neue Marketplace-Regeln
Zugleich änderte Oracle die Spielregeln des Marketplace. Kunden können mehr ihrer vorausbezahlten Cloud-Guthaben für Produkte von Partnern einsetzen, und Softwarehersteller dürfen Preise direkt mit Käufern vereinbaren. Der Einkauf über den Marketplace wird außerdem in Indien und Japan geöffnet.
Zu den Partnern zählen Beratungsfirmen, Softwarehersteller, Cloud-Anbieter und Reseller. Manche entwickeln eigene Apps und KI-Agenten auf Oracles Datenbanken und Cloud, andere helfen Kunden bei Einrichtung und Betrieb. Im Juli integrierte Oracle zudem Googles Gemini-Modelle in das Werkzeug, mit dem Kunden ihrer Business-Anwendungen KI-Agenten bauen.
„Unsere Partner erweitern unsere Vertriebsreichweite, steigern unsere Lieferkapazität und bringen eigene Innovationen und Investitionen mit“, sagte Mark Hura, President von Oracle Global Field Operations.
Wenig im Vergleich zu den KI-Ausgaben
Verglichen mit Oracles übrigen KI-Ausgaben ist die Summe klein. Im vergangenen Geschäftsjahr gab das Unternehmen rund 50 Milliarden Dollar für Investitionsprojekte aus und strich etwa 21.000 Stellen, um Geld in Cloud- und KI-Rechenzentren zu lenken. Im September legte Oracle weitere 700 Millionen Dollar für noch ausstehende Stellenstreichungen zurück. Im Juli senkte S&P Oracles Kreditrating auf eine Stufe über Ramschniveau und verwies auf den hohen Mittelabfluss.
Ob sich das Programm für Partner lohnt, hängt von Details ab, die Oracle noch nicht genannt hat. Wie die Milliarde verteilt wird, ließ das Unternehmen offen; alle Vorteile hingen von Programmbedingungen und Teilnahmekriterien ab.
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