WPSplinter: Alte Broadcom-Lücke gefährdet Millionen Router
Der Sicherheitsforscher Quentin Kaiser warnt vor „WPSplinter“: Zwei Fehler in Broadcoms WLAN-Software machen Router per WPS angreifbar – seit 2010.

Der belgische Sicherheitsforscher Quentin Kaiser hat unter dem Namen „WPSplinter“ eine Schwachstelle öffentlich gemacht, die potenziell Millionen Router betrifft. Konkret handelt es sich um zwei Fehler in der wireless-Software von Broadcom, die laut Kaiser seit 2010 existieren. Angreifer können darüber Zugriff auf Heimnetzwerke erlangen.
So funktioniert der Angriff
Betroffen ist die Funktion WPS (Wi-Fi Protected Setup). Sie erlaubt es, Endgeräte ohne Passworteingabe mit dem Router zu koppeln: Man drückt die WPS-Taste am Router, während das Gerät einen WPS-Vorgang startet. Laut Kaiser lässt sich eine manipulierte WPS-Nachricht einschleusen, die den Speicher des Routers verändert. Angreifer in Reichweite des WLAN-Signals können so eigenen Code ausführen.
In seinen Tests las Kaiser ein WLAN-Passwort aus dem Speicher eines Geräts aus und nutzte es, um sich ins Netzwerk einzuklinken. Nutzer bemerken das nur, wenn sie regelmäßig die Liste der verbundenen Geräte prüfen. Es genügt, sich vor dem Haus oder der Wohnung aufzuhalten.
Broadcoms WLAN-Implementierung kommt laut Kaiser bei dutzenden Herstellern zum Einsatz. Die Fehler stecken demnach in hunderten Produkten und potenziell in „Millionen von Broadcom-basierten Access-Points weltweit“.
Broadcom verweist auf die Hersteller
Als Kaiser Broadcom mit seinen Funden konfrontierte, erklärte das Unternehmen, das Problem sei seit 2010 bekannt und 2018 ohne öffentliche Meldung behoben worden. Offenbar reichte dieser Fix jedoch nicht aus. Die neue Lücke hat Broadcom bislang nicht adressiert und verweist stattdessen auf die einzelnen Hersteller.
Kaiser wandte sich zudem an mehrere Hersteller in Belgien und an belgische Cybersecurity-Behörden. Bis zur Veröffentlichung erhielt er von keiner Seite eine Antwort.
Was Betroffene tun können
Auf der GitHub-Seite zu seinem Fund pflegt Kaiser eine laufend aktualisierte Liste betroffener Router. Nutzer können dort prüfen, ob ihr Gerät aufgeführt ist. Wer WPS nicht benötigt, sollte die Funktion im Router-Menü deaktivieren und regelmäßig kontrollieren, welche Geräte mit dem Netzwerk verbunden sind. Ob und wann Hersteller Updates bereitstellen, ist derzeit offen.
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