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Moderna und Merck: Melanom-Impfstoff senkt Rückfallrisiko um 42 %

Der personalisierte mRNA-Impfstoff Intismeran hielt in Kombination mit Keytruda 82,2 Prozent der Hochrisiko-Melanompatienten nach zwei Jahren krebsfrei.

A researcher in a laboratory holds a vial of an experimental mRNA cancer vaccine beside lab equipment.
Bild: Gizmodo

Der personalisierte mRNA-Impfstoff Intismeran autogene von Merck und Moderna senkt in Kombination mit Keytruda das Risiko für ein Wiederauftreten des Melanoms oder den Tod nach zwei Jahren um 42 Prozent. Das zeigen die vollständigen Phase-III-Daten, die die Unternehmen am Donnerstag veröffentlicht haben.

In der Studie INTerpath-001 waren nach zwei Jahren 82,2 Prozent der Patienten mit Impfstoff plus Keytruda (Pembrolizumab) krebsfrei, in der Gruppe mit Keytruda allein waren es 70 Prozent. Das Risiko für Fernmetastasen oder Tod sank um 38 Prozent. Laut den Unternehmen gibt es zudem frühe Hinweise auf ein längeres Gesamtüberleben, das sich aber erst in den kommenden Jahren sicher beurteilen lässt.

Aufbau der Studie

Die doppelblinde, randomisierte Studie umfasste 1.137 Patienten mit Melanomen im Hochrisiko-Stadium 2B bis 4, bei denen ein Rückfall wahrscheinlich war. Alle wurden zunächst operiert und erhielten danach entweder Keytruda allein oder Keytruda plus bis zu neun Dosen Intismeran im Abstand von drei Wochen. Zwei Drittel der Teilnehmer bekamen die Kombination.

Der Impfstoff wird individuell auf den Tumor zugeschnitten und trainiert das Immunsystem, bis zu 34 Neoantigene zu erkennen, also Proteine, die mutierende Krebszellen bilden. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf. Die meisten behandlungsbedingten Nebenwirkungen dürften auf Keytruda zurückgehen, das häufig Müdigkeit und Muskelschmerzen verursacht und selten schwere Leber- oder Lungenentzündungen auslösen kann.

Laut Berichten veröffentlichten die Unternehmen die Daten früher als geplant, nachdem offenbar ein Dritter die Sperrfrist gebrochen hatte. Die Ergebnisse erscheinen im New England Journal of Medicine und werden am Wochenende auf einer Krebskonferenz vorgestellt. Anleger reagierten verhalten, beide Aktien gaben zunächst nach.

Ausblick

Studienteilnehmerin Beth Ryzyk, 2023 mit Melanom im Stadium 3C diagnostiziert, sagte bei einer Pressekonferenz des Memorial Sloan Kettering Cancer Center, sie vergesse die Erkrankung manchmal sogar. Sie und ihre Ärzte wissen weiterhin nicht, welcher Gruppe sie angehört.

Michael Postow vom Memorial Sloan Kettering hofft, dass das Prinzip auf andere Krebsarten übertragbar ist, besonders auf solche mit geringerer Tumormutationslast. Merck und Moderna testen Intismeran mit Immuntherapie bereits in weiteren Spätphasenstudien, etwa bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Eine Zulassung würde zudem die mRNA-Technologie stärken, die zuletzt von Impfgegnern kritisiert wurde, darunter US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

Schlagwörter:modernamerckintismeranmelanomacancer vaccinemrna

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