Britische Banken: 10.000 Beschwerden zu Krypto-Beschränkungen
Die Initiative Stand With Crypto zählt binnen 90 Tagen über 10.000 Beschwerden zu Bankbeschränkungen bei Krypto-Käufen. Das stellt Großbritanniens Krypto-Ziele infrage.

Verbraucher in Großbritannien haben sich binnen 90 Tagen mehr als 10.000 Mal über Beschränkungen ihrer Banken beim Kauf von Kryptowährungen beschwert. Das geht aus Daten der Lobbygruppe Stand With Crypto (SWC) für den Zeitraum zwischen Mai und August hervor. Sie stellen den Anspruch des Landes infrage, ein globaler Krypto-Standort zu werden.
Die 10.092 Beschwerden wurden von 9.800 Personen über ein Online-Tool eingereicht und decken alle 650 Wahlkreise ab. Die meisten entfielen auf die Lloyds Banking Group, zu der Halifax und Bank of Scotland gehören: 2.297 oder 23 Prozent. Es folgen Barclays mit 1.569 und die NatWest Group mit 1.278.
Keine repräsentative Erhebung
Die Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen. SWC sammelte nur Beschwerden von Personen, die das Tool freiwillig nutzten. Die Erhebung ist nicht repräsentativ und nicht an den Marktanteil der Banken bei britischen Girokonten angepasst. Höhere Werte bedeuten daher nicht zwingend eine höhere Beschwerdequote.
Regeln und Praxis klaffen auseinander
Laut SWC-Prüfung der Bank-Websites (Stand 28. August) hat Lloyds keine veröffentlichte Richtlinie zu Krypto-Überweisungen. Revolut, das Krypto-Käufe in seiner App erlaubt, tauchte dennoch unter den Beschwerdeführern auf. Barclays begrenzt Krypto-Überweisungen auf 2.500 Pfund pro Transaktion und 10.000 Pfund in 30 Tagen; auch NatWest und Santander nennen Limits. Chase, Starling, TSB, Metro Bank und Virgin Money untersagen Krypto-Transaktionen demnach ganz. Auf Banken mit veröffentlichten Limits entfielen 61 Prozent der Beschwerden, auf solche ohne veröffentlichte Beschränkungen 28 Prozent und auf Institute mit Totalverbot knapp 10 Prozent.
Katie Harries, Europa-Politikchefin von Coinbase, sagte, ein Land könne nicht glaubwürdig Innovatoren einladen und zugleich zulassen, dass Banken Kunden aussperren. Sie verwies auf Untersuchungen des UK Cryptoasset Business Council: 40 Prozent der versuchten Überweisungen an FCA-registrierte Börsen seien in den vergangenen zwölf Monaten blockiert oder verzögert worden, 70 Prozent der Börsen sähen ein feindlicheres Bankenumfeld als vor einem Jahr.
Banken haben legitime Gründe, Krypto-Transfers wegen Betrugs und Geldwäsche zu prüfen. SWC hält pauschale Sperren jedoch für unverhältnismäßig und fordert klare Erläuterungen der Beschränkungen sowie wirksame Beschwerdewege. Regierung und Finanzaufsicht FCA bereiten unterdessen ein umfassendes Krypto-Regelwerk vor.
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