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Raumfahrt·2 Min. Lesezeit

Voyager 1: NASA verlängert Mission, Sonde geht kurz in Safe Mode

NASA hat bei Voyager 1 die Operation „Big Bang“ abgeschlossen und 10 Watt Leistung gewonnen. Danach schwieg die Sonde zwei Tage und wechselte in den Safe Mode.

Illustration of the Voyager 1 spacecraft traveling through interstellar space far from the Sun.
Bild: 3DNews - Daily Digital Digest

NASA hat die Operation „Big Bang“ an der Raumsonde Voyager 1 abgeschlossen. Sie soll die wissenschaftliche Arbeit im interstellaren Raum um Jahre verlängern. Der Eingriff setzte 10 Watt elektrische Leistung frei, doch kurz darauf wechselte die Sonde in den Safe Mode und reagierte zwei Tage lang nicht auf Befehle von der Erde.

Was bei „Big Bang“ geschah

Die Ingenieure tauschten drei besonders stromhungrige Heizungen an den Treibstoffleitungen der Bahnkorrektur-Triebwerke gegen drei sparsamere aus. Dafür mussten sechs Geräte gleichzeitig umgeschaltet werden. Ein Fehler hätte den Wärmehaushalt an Bord stören und die Sonde lahmlegen können.

Der Umbau fand im September 2026 statt, acht Wochen nach derselben Prozedur bei Voyager 2. Voyager 1 ist rund 24 Milliarden km von der Erde entfernt, etwa 4 Milliarden km weiter als ihr Zwilling. Deshalb wurde die Methode zuerst an der näheren Sonde erprobt.

Beide Sonden beziehen Strom aus Radionuklidbatterien, die die Zerfallswärme von Plutonium-238 nutzen. Die verfügbare Leistung sinkt um etwa 4 Watt pro Jahr. Nach fast 50 Jahren Flug mussten Heizungen und Instrumente nach und nach abgeschaltet werden. Jede Sonde startete mit zehn Instrumenten, bei Voyager 1 wurden zuletzt zwei wegen Energiemangels deaktiviert. Ohne „Big Bang“ hätte im Sommer 2027 das nächste Instrument weichen müssen.

Funkstille und Rückkehr

Nach der Umschaltung lief zunächst alles nach Plan. Am 18. und 19. Oktober 2026 konnte das Deep Space Network der NASA das Funksignal von Voyager 1 jedoch zweimal im Abstand von 24 Stunden nicht empfangen. Das Signal braucht für eine Strecke fast einen Tag, was jede Störung zusätzlich erschwert.

Am 20. Oktober war das Signal wieder da, seither läuft die Kommunikation normal. Erste Untersuchungen ergaben, dass eine Gruppe von Lagekontrolltriebwerken abschaltete und Reservetriebwerke automatisch übernahmen. Das gehört zum Fehlerschutz: Die Bordcomputer versetzen die Sonde in einen sicheren Zustand und setzen den Normalbetrieb aus. Warum die Triebwerksgruppe abschaltete, ist noch unklar.

Voyager 1 fliegt mit etwa 61.155 km/h. Am 18. November 2026 soll sie 25,89 Milliarden km von der Erde entfernt sein, genau eine Lichtstunde mal 24, also einen Lichttag. NASA will den Meilenstein würdigen. Beide Voyager sind die einzigen menschengemachten Objekte, die den interstellaren Raum direkt erforschen, jedes zusätzliche Betriebsjahr ist daher wertvoll.

Schlagwörter:nasavoyager 1voyager 2deep space networkinterstellar space

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