Sam Altman: RAM im Heim-PC für lokale KI ist „ziemlich schlimm“
OpenAI-Chef Sam Altman hält es für Verschwendung, wenn knapper Arbeitsspeicher in PCs steckt, die nur zu 5 % genutzt werden – bei drei- bis vierfachen Preisen.

OpenAI-Chef Sam Altman findet es „ziemlich schlimm“, dass Privatleute knappen Arbeitsspeicher binden, um KI-Modelle lokal auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen. Das sagte er im Podcast Cheeky Pint, der am 29. Oktober 2026 erschien.
In etwa der 29. Minute ging es um Nutzer, die Open-Source-Modelle auf vorhandenen oder eigens gebauten PCs betreiben. Altman kritisierte, dass so ein Teil des begrenzten weltweiten DRAM-Angebots in Rechnern liege, die nur etwa 5 % der Zeit genutzt würden. In der Cloud strebe man dagegen maximale Auslastung an. Die Intuition vieler Menschen gehe in die andere Richtung, so Altman.
Heikler Zeitpunkt
Die Aussage fällt in eine Phase explodierender Speicherpreise. Ein 32-GB-DDR5-Kit, das im Oktober 2025 rund 119 Euro kostete, lag Mitte Oktober 2026 laut Preiserhebungen von Hardware Cooking bei etwa 414 Euro. Der Preis für Arbeitsspeicher hat sich binnen eines Jahres verdrei- bis vervierfacht.
Die Ursache ist bekannt: Samsung, SK Hynix und Micron lenken ihre Fertigung auf deutlich profitablere Chips für KI-Server, zulasten der Module für Endkunden. OpenAI gehört zu den größten Abnehmern. Ende 2025 schloss das Unternehmen Vereinbarungen mit Samsung und SK Hynix, um sich für sein Projekt Stargate einen großen Teil der weltweiten DRAM-Produktion zu sichern.
Effizienz gegen Kontrolle
Altmans Argument ist nicht unlogisch: Ressourcen in rund um die Uhr laufenden Rechenzentren zu bündeln, ist auf dem Papier effizienter, ähnlich wie beim Carsharing.
Doch PC-Speicher dient auch Spielen, Videoschnitt und Dutzenden Browser-Tabs. Wer lokal arbeitet, behält zudem seine Daten, ist unabhängig von Serverausfällen, Preiserhöhungen und geänderten Nutzungsbedingungen. Viele Kommentatoren werten Altmans Haltung deshalb als Verteidigung eines Geschäftsmodells mit geschlossenen Modellen, die nur auf OpenAI-Servern laufen und monatlich bezahlt werden.
Zudem setzt die Rechnung voraus, dass der Bau von Rechenzentren nicht ins Stocken gerät und die gebündelte Kapazität am Ende zu vernünftigen Preisen allen zugutekommt. Bislang bedeutet das für Verbraucher vor allem Abos ab 20 Dollar im Monat und Speichermodule, die rund 500 Euro kosten können.
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