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Raumfahrt·2 Min. Lesezeit

Google Project Suncatcher: TPU im Orbit beantwortet Prompt mit Haiku

Google hat einen Prompt auf einer TPU im Orbit ausgeführt und ein Haiku seines Modells Gemma zur Erde gesendet. Es ist der erste komplette Test von Project Suncatcher.

A small prototype satellite with solar panels orbiting Earth, with the blue planet below it in space.
Bild: Numerama

Google hat erstmals einen KI-Prompt auf einem TPU-Chip im Orbit ausgeführt und die Antwort auf der Erde empfangen. Das Ergebnis des offenen Modells Gemma: ein Haiku. Sundar Pichai verkündete den „Hello-World“-Meilenstein von Project Suncatcher am 30. Oktober 2026 auf X.

Laut Google schickte das Team einen Befehl in die Umlaufbahn, fuhr die TPU hoch, startete den Prompt und erhielt die erste vollständige Antwort am Boden. Die Aufgabe lautete, ein Haiku aus Sicht einer TPU im Orbit zu schreiben. Gemma antwortete: „Blue marble below, Data streams in silent grace, Starlight feeds my core.“ Das Versmaß 5-7-5 stimmt.

Ein bewusst minimaler Testflug

Der Prototyp startete am 1. Oktober 2026 mit SpaceX' Rideshare-Mission Transporter-18 von der Vandenberg-Basis in Kalifornien. Der MVP (Minimum Viable Product) genannte Satellit entstand gemeinsam mit dem Erdbeobachtungsbetreiber Planet. Er ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und trägt vier TPUs der Generation Trillium, versorgt von Solarpaneelen mit rund einem Kilowatt Leistung.

Google selbst nennt den Flug einen Minimaltest: Halten Chips, die für klimatisierte Rechenzentren gedacht sind, Startvibrationen von 50 bis 100 g bei einigen Komponenten, Vakuum, Temperaturschwankungen und Strahlung aus? Das Haiku deutet darauf hin, dass sie es bisher tun.

Warum der Weltraum

Suncatcher wurde im November 2025 vorgestellt. Die Idee: KI scheitert heute weniger an Chips als an Strom, Kühlung und Fläche. In einer Dämmerungsbahn (Dawn-Dusk) in rund 650 km Höhe liefern Solarmodule laut Google bis zu achtmal mehr Energie als am Boden. Das Forschungspapier von 2025 sieht Cluster aus 81 Satelliten vor, die wenige hundert Meter voneinander entfernt fliegen und per Laser verbunden sind. Im Labor erreichten die optischen Verbindungen 1,6 Terabit pro Sekunde, und mit Protonen beschossene Trillium-TPUs zeigten bis 15 krad keine harten Ausfälle, weit über der Dosis einer fünfjährigen Mission.

Google ist nicht der Erste mit KI im Orbit: Im Dezember 2025 ließ das von Nvidia unterstützte Startup Starcloud Gemma auf einer H100-GPU im All laufen.

Die eigentliche Prüfung folgt 2027, wenn zwei Satelliten in enger Formation per Laser Daten austauschen sollen. Davon hängt ab, ob Suncatcher über Demonstrationen hinauskommt.

Schlagwörter:googleproject suncatchertpugemmaspace data centerssatellite

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