NASA sucht Retter für Hubble: Bahn sinkt, Frist läuft bis 2032
NASA fragt kommerzielle Firmen, ob sie Hubble anheben, warten oder sicher zum Absturz bringen können. Die Mission soll spätestens 2032 stattfinden.

NASA hat eine Informationsanfrage (Request for Information, RFI) veröffentlicht, um zu klären, ob kommerzielle Anbieter für Dienste im Orbit das Weltraumteleskop Hubble retten können. Die Behörde prüft drei Varianten: die Anhebung der Bahn, eine umfassende Wartungsmission oder den kontrollierten, sicheren Abstieg des Teleskops. Unternehmen können bis zum 30. November antworten. Eine Mission soll laut NASA spätestens 2032 stattfinden.
Warum Hubble absinkt
Das Problem ist nicht, dass das 36 Jahre alte Observatorium ausfällt. Hubble besitzt keinen eigenen Antrieb und kann seine Höhe daher nicht gegen die dünne Restatmosphäre im niedrigen Erdorbit halten. Seine Bahn wurde 2002 während einer Mission des Shuttles Columbia angehoben, damals auf rund 583 Kilometer. Heute liegt es bei etwa 470 Kilometern. Bei der letzten Shuttle-Wartung 2009 wurde die Bahn nicht mehr angehoben.
Da der Luftwiderstand auch von der Sonnenaktivität abhängt, lässt sich kein genaues Datum für den Wiedereintritt nennen. Eine von NASA angeführte Analyse sieht ihn wahrscheinlich in den Jahren 2033 bis 2034.
Anheben, reparieren oder beides
NASA will wissen, ob private Firmen Hubble einfangen und auf mindestens 600 Kilometer bringen könnten. Das würde das Teleskop mindestens 25 weitere Jahre im Orbit halten. Hubble wurde auf Wartung ausgelegt, und 2009 wurde ein Mechanismus für ein späteres Einfangen durch ein Raumfahrzeug oder Antriebsmodul installiert. Die Behörde verlangt, dass das Teleskop keinen Schaden nimmt, und fragt nach Technologiereife, Risiken und deren Minderung.
Außerdem sieht NASA eine ehrgeizigere Wartungsmission vor, die Leistung oder Ausfallsicherheit verbessern könnte. Das alternde Lagesteuerungssystem gilt als Schwachstelle; frühere Studien erwogen ein Zusatzmodul mit neuen Gyroskopen.
Astronomen brauchen das Teleskop weiterhin. Hubble beobachtet vor allem im sichtbaren und ultravioletten Licht, das James Webb Space Telescope ist dagegen auf Infrarot optimiert und kein direkter Ersatz. Die Nachfrage nach Beobachtungszeit übersteigt das Angebot etwa im Verhältnis sieben zu eins, und das geplante Nachfolgeobservatorium Habitable Worlds Observatory wird erst in den 2040er-Jahren erwartet.
Déjà-vu mit neuen Voraussetzungen
NASA hatte schon 2022 ähnlich gefragt, als Jared Isaacman, damals privater Astronaut, eine Mission mit einer SpaceX Dragon zur Anhebung um mindestens 50 Kilometer vorschlug. Es gingen acht Antworten ein, darunter ein gemeinsames Konzept von Astroscale und Momentus. 2024 erklärte NASA jedoch, die Anhebung nicht umzusetzen. Seitdem ist das Teleskop vier Jahre näher am Wiedereintritt, und Isaacman leitet NASA inzwischen als Administrator.
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