Osegi
Sonstiges·2 Min. Lesezeit

Smart Meter: Deutschland landet in der EU auf dem letzten Platz

Nur 5,9 Prozent der Messstellen in Deutschland haben einen Smart Meter. Im EU-Vergleich von 24 Ländern ist das der letzte Platz, der Schnitt liegt bei 65,6 Prozent.

A digital smart electricity meter mounted in a household utility cabinet in Germany.
Bild: t3n Magazin

Bei der Verbreitung intelligenter Stromzähler belegt Deutschland unter 24 EU-Ländern den letzten Platz, und das mit großem Abstand. Nur 5,9 Prozent der Messstellen sind mit einem Smart Meter ausgestattet, wie aus einer Übersicht des Energieversorgers 1Komma5° hervorgeht. Der EU-Durchschnitt beträgt 65,6 Prozent. Rund ein Dutzend Länder, von Dänemark über Italien und Portugal bis Slowenien, hat eine fast flächendeckende Versorgung erreicht. Für Rumänien, Griechenland und Bulgarien liegen keine Daten vor.

Pflichtquote verfehlt

Mit Smart Metern lassen sich flexible Stromtarife nutzen oder Verbraucher gezielt abschalten, um das Netz zu entlasten. Das lohnt sich vor allem bei großen verschiebbaren Lasten wie Wärmepumpen oder E-Autos. Deshalb sind die Geräte für Haushalte mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder mit steuerbaren Verbrauchern vorgeschrieben.

Bis Ende 2025 sollten die Messstellenbetreiber in diesem Pflichtsegment eigentlich 20 Prozent erreichen. Von 800 erfassten Unternehmen schafften 434 nicht einmal das, in mehr als 40 Netzgebieten wurde kein einziger Zähler eingebaut. Die Bundesnetzagentur will nun mit Zwangsgeldern gegen säumige Betreiber vorgehen.

Vor allem kleinere Unternehmen tun sich schwer. Die 19 größten Betreiber mit mehr als 500.000 Messstellen übertrafen die Vorgabe mit knapp 30 Prozent. Die knapp 600 Betreiber mit weniger als 30.000 Messstellen kommen im Schnitt auf gut 19 Prozent und sind mit dem Rollout offenbar überfordert.

Strenge Auflagen, löchrige Netzdaten

Eine weitere Ursache sind die ursprünglich sehr strengen Sicherheitsauflagen der Bundesregierung. Smart Meter durften nur versiegelt transportiert werden, damit die Hardware nicht manipuliert wird. Zudem müssen die Geräte hierzulande Verbraucher aktiv regeln können, was technisch oft gar nicht nötig wäre. Seit dem Sommer können Haushalte freiwillig einen „Smart Meter light“ einbauen lassen, der nur den Verbrauch erfasst.

Den Effekt auf das Stromnetz sollte man nicht überschätzen. Die niedrige Quote ist aber ein Symptom der mangelhaften Digitalisierung des Netzes insgesamt: Viele Verteilnetzbetreiber wissen nicht, wie stark Leitungen und Transformatoren wann und wo ausgelastet sind. Das verzögert den Netzanschluss von Windrädern, Solaranlagen, Batteriespeichern und Ladesäulen.

Apps, die sich lohnen

SUMO: das Zahlenrätsel

Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.

Schlagwörter:smart metergermany1komma5bundesnetzagenturenergypower grid

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: Sonstiges

Alle anzeigen →