Rafale B374: Erprobungsflugzeug soll den künftigen F5 vorbereiten
Die französische Rüstungsbehörde DGA hat mit der Rafale B374 ihr erstes eigenes Versuchsflugzeug erhalten. Es dient als fliegendes Labor für den kommenden Standard F5.

Die französische Rüstungsbehörde DGA hat ihre erste Rafale als Erprobungsflugzeug erhalten. Die Maschine mit der Kennung B374 wurde nach Angaben der Behörde am Montag, 2. November, an das Flugerprobungszentrum DGA Essais en vol übergeben. Sie wird nie an Einsätzen teilnehmen, sondern als fliegendes Labor den künftigen Rafale-Standard F5 vorbereiten.
Die B374 ersetzt die Rafale B348, die die französische Luft- und Raumfahrtstreitkraft der DGA langfristig geliehen hatte. Dieses Flugzeug kann nun zurückgegeben werden. Die neue Maschine stammt direkt aus der Fertigung von Dassault Aviation: Es ist das 73. und letzte Flugzeug der vierten Produktionstranche, die 2021 bestellt wurde. Geliefert wird sie im Standard F4.1, der aktuell im Dienst befindlichen Version.
Vollständiges Labor erst 2028
Ein Erprobungsflugzeug ist stark modifiziert: Es trägt Messtechnik und Datenrekorder und hat eine Datenverbindung zu den Teams am Boden. Im Flug soll geprüft werden, ob ein Radar, eine Waffe oder eine Software wie vorgesehen arbeitet, bevor sie in Staffelflugzeuge eingebaut wird.
Zunächst hilft die B374 bei der Weiterentwicklung des aktuellen Standards F4 mit seinen Stufen F4.1, F4.2 und F4.3. Dafür erhält sie eine rückbaubare Test- und Messinstallation. Etwa im zweiten Quartal 2027 übernimmt Dassault das Flugzeug für einen umfassenden Umbau, der die Schnittstellen für eine vollständige, dauerhafte Flugzeuginstrumentierung schafft. 2028 soll es zur Testflotte zurückkehren. Der Bordrechner läuft dann mit einer nur für Tests vorgesehenen „orangen“ Softwareversion und kann die künftigen Sensoren des F5 aufnehmen, darunter das noch in Entwicklung befindliche Radar RBE2 XG. Derzeit nutzt die Rafale das Radar RBE2 AESA, das seit 2012 serienmäßig verbaut wird.
Was der F5 bringen soll
Der F5 gilt als großer Sprung. Generalstabschef Jérôme Bellanger der Luft- und Raumfahrtstreitkraft sprach 2025 in einer parlamentarischen Anhörung von einem „technologischen Bruch“ und einem „neuen Flugzeug“. Er soll an der Seite von Kampfdrohnen operieren und KI-Funktionen erhalten, für die Dassault Aviation auf das Start-up Harmattan AI setzt. Dassault-Chef Éric Trappier nannte Ende August einen Einsatzbeginn zwischen 2033 und 2035.
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