Samsung droht 15,1 Mio. Dollar Strafe wegen Galaxy-GOS-Drosselung
Südkoreas Kartellbehörde verhängt vorläufig 20,1 Milliarden Won Strafe gegen Samsung wegen Gaming-Werbung für Galaxy S21, S22 und Tab S8. Samsung geht dagegen vor.

Südkoreas Fair Trade Commission hat gegen Samsung vorläufig eine Strafe von 20,1 Milliarden Won verhängt, umgerechnet rund 15,1 Millionen Dollar. Anlass ist die Werbung für die Gaming-Leistung von Galaxy S21, Galaxy S22 und Galaxy Tab S8. Damit kehrt der Streit um den Game Optimizing Service (GOS) vier Jahre nach seinem Ausbruch zurück.
Nach Darstellung der Behörde bewarb Samsung die Geräte als Gaming-Kraftpakete, ohne offenzulegen, dass GOS bei bestimmten anspruchsvollen Spielen feste CPU- und GPU-Grenzen setzte. Samsung weist das zurück und nennt GOS ein legitimes Mittel zur Wärmeregulierung.
Der Vorwurf der Behörde
Smartphones drosseln sich bei Hitze routinemäßig. Laut FTC ging GOS weiter: Die Obergrenzen griffen schon beim Start bestimmter Spiele, unabhängig von der Gerätetemperatur. Einige Limits hielten die maximale Taktrate demnach bei etwa 30 Prozent dessen, was die Hardware erreichen könnte.
Publik wurde der Fall 2022, als Nutzer rund 10.000 App-Kennungen in GOS entdeckten. Deren Auflistung bewies allerdings nicht, dass jede App gedrosselt wurde. Bekannte Benchmark-Tools schienen ausgenommen. Geekbench maß deutlich schlechtere Werte, wenn der Test als gewöhnliche App getarnt war, und nahm daraufhin vier Generationen der Galaxy-S-Reihe aus seiner Rangliste. Samsung führte später einen Modus mit Leistungspriorität ein, der die Grenzen lockerte.
Warum der Fall zurückkehrt
Acht Klagen in Südkorea, den USA und Israel endeten ohne Urteil, das Verbrauchern Schadenersatz zusprach. Samsung wertet das als Beleg, der Fall sei erledigt. In Korea hielt ein Gericht zwar einen Teil der Werbung für irreführend, weil Käufer uneingeschränkte Höchstleistung erwarten könnten, wies die Klagen aber ab: Die Kläger hatten weder persönliche Verluste noch die Nutzung eines betroffenen Spiels nachgewiesen. Die Berufung endete in einer gerichtlich angeordneten Mediation.
Diese Verfahren prüften, ob einzelne Käufer einen Schaden belegen können. Die FTC untersuchte dagegen, ob das Marketing Kaufentscheidungen verzerren kann.
Samsung argumentiert, GOS habe Hitze und dauerhafte Spielleistung ausbalanciert, ein Problem aller Hersteller. Die FTC werte feste Taktgrenzen als schlechteres Erlebnis, ohne die Auswirkung auf reale Bildraten zu belegen. Zudem verweist das Unternehmen auf abgeschlossene Klagen und fehlende ähnliche Strafen im Ausland.
Die Strafe ist vorläufig und bringt Galaxy-Besitzern keine Erstattung. Samsung will sie anfechten; letztlich könnte ein Gericht klären, ob das Unternehmen offenlegen musste, dass manche Spiele die beworbene Höchstleistung nicht erreichten.





