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Wirtschaft·1 Min. Lesezeit

Putin verpflichtet russische Rechenzentren zu 10 % Reserve

Ein neuer Erlass zwingt private Rechenzentren in Russland, 10 % ihrer Fläche und Leistung für den Staat vorzuhalten. Auch Kapazitäten im Ausland sollen nutzbar sein.

Rows of server racks inside a large data center with blue indicator lights.
Bild: vc.ru

Russlands Präsident Wladimir Putin hat einen Erlass unterzeichnet, nach dem private Rechenzentren im Land 10 % ihrer Flächen und Kapazitäten reservieren müssen. Das Dokument über befristete Maßnahmen zur Unterstützung des „Funktionierens von Informationsressourcen“ wurde auf dem Portal für Rechtsakte veröffentlicht.

So funktioniert die Reserve

Laut Erlass dürfen die Betreiber die reservierten Kapazitäten weiterhin selbst nutzen. Entscheiden die Behörden jedoch, darauf zuzugreifen, muss das Rechenzentrum sie binnen 24 Stunden bereitstellen, damit Informationsressourcen in Russland weiterlaufen. Die Höchstgrenze für die Vergütung legt eine Unterkommission fest.

Kapazitäten im Ausland

Derselbe Erlass erlaubt zudem die zeitweise Nutzung von Rechenleistung außerhalb Russlands, um Dienste im Land am Laufen zu halten. Über den Einsatz entscheidet eine Unterkommission der Regierungskommission für digitale Entwicklung im Einvernehmen mit dem Inlandsgeheimdienst FSB.

Hintergrund

Der Erlass folgt auf Angriffe im Oktober 2026, bei denen Drohnen drei Rechenzentren von Yandex sowie Anlagen von VK und Sber trafen. Einen direkten Bezug nennt das Dokument nicht, es schafft aber einen Mechanismus, um Workloads rasch zu verlagern, falls Infrastruktur ausfällt.

Für Betreiber bedeutet die Regel vor allem eine dauerhafte Pflicht, ein Zehntel ihrer Ressourcen kurzfristig bereitzuhalten. Das dürfte die kommerziell vermarktbare Kapazität begrenzen. Offen bleiben Details wie die Preisobergrenze und das Verfahren zur Aktivierung der Reserve, die die Unterkommission noch festlegen muss.

Apps, die sich lohnen

Schlagwörter:russiadata centersputindecreeyandexsber

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