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Hardware·2 Min. Lesezeit

Panasonic zieht Serienfertigung von Perowskit-Solarglas vor

Panasonic startet die Massenproduktion seines stromerzeugenden Glases ENEFACE bereits im April 2029, ein Jahr früher als geplant. Erste Serienmuster gibt es seit September 2026.

Wave-patterned perovskite solar glass panels installed at a harbor terminal entrance in Kobe, Japan.
Bild: ギズモード・ジャパン

Panasonic holt die Großserienfertigung seiner Perowskit-Solarzellen auf Glas um ein Jahr vor. Das unter dem Namen ENEFACE vermarktete Produkt soll ab April 2029 an einem Standort in Nagahama in der Präfektur Shiga gefertigt werden, statt wie ursprünglich geplant erst im Geschäftsjahr 2030. Vorserienmodelle werden seit September 2026 verkauft.

Wirkungsgrad nahe an Silizium

Auf einer Probe von etwa 30 Zentimetern Kantenlänge erreicht das Glas einen von Dritten zertifizierten Wirkungsgrad von 18,1 Prozent. Siliziumzellen gleicher Größe kommen auf rund 20 Prozent, beide liegen damit fast gleichauf. Panasonic trägt die Perowskit-Schicht mit Inkjet-Technik auf, die aus der Displayfertigung stammt, und strukturiert sie anschließend per Laser, um Muster und Lichtdurchlässigkeit festzulegen. Das Abtragen mindert die Leistung, doch laut Unternehmen bleibt das Glas durchsichtig, ohne dass so viel Material entfernt werden muss, wie es optisch scheint. Da weder Formen noch Druckvorlagen nötig sind, ändert ein anderes Muster den Preis kaum.

Erste Installationen

Am Kreuzfahrtterminal Kamomeria in Kobe speisen acht Glasscheiben mit Wellenmotiv, zusammen etwa 9 Quadratmeter, seit September 2026 Strom ins Netz. Nach Angaben der Stadt Kobe und von Panasonic HD ist es der erste Einsatz solchen Glases in einer öffentlichen Einrichtung Westjapans. Der Testbetrieb läuft bis März 2029.

Im Osaker Viertel Umeda soll am Balkongeländer im 10. Stock eines neuen Bürogebäudes, das im Dezember 2027 fertig wird, 18 Module verbaut werden, 1,4 Meter hoch und 33 Meter breit. Es wäre der erste Einsatz an der Fassade eines neuen Bürogebäudes in Japan.

Kosten und offene Fragen

Der Preis ist die größte Hürde: Das Glas kostet derzeit das Fünf- bis Zehnfache normalen Bauglases, in der Serie peilt Panasonic höchstens das Fünffache an. Glas mache nur einen kleinen Teil der Baukosten aus, argumentiert das Unternehmen, sodass ein stromerzeugendes Fenster den Aufpreis rechtfertigen könne. Die Haltbarkeit wird noch getestet; Ziel ist das Niveau von Baugläsern und Siliziummodulen. Lebensdauer und Garantie stehen noch nicht fest. Die Nachfrage nach den Vorserienmodellen ist so hoch, dass neue Aufträge kaum angenommen werden.

Laut Panasonic ergeben die nutzbaren Fenster (1,6 Milliarden Quadratmeter) und Wände (7,1 Milliarden) in Japan zusammen etwa die vierfache Fläche Tokios. Chancen sieht das Unternehmen auch im Ausland, wo Strom teuer ist und erneuerbare Energien an Gebäuden vorgeschrieben sind. Der chinesische Hersteller UtmoLight meldet unterdessen 13.240 Quadratmeter Vorhangfassaden und Gehwege mit Perowskit in seinem Industriepark in Wuxi.

Schlagwörter:panasonicperovskitesolar glassenefecebuilding-integrated photovoltaicsjapan

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