Bizum Pay im Test: Die App funktioniert, viele Läden noch nicht
Bizum Pay ermöglicht das Bezahlen per NFC ohne Visa und Mastercard. Nach einem Monat im Alltag zeigt sich: Die App läuft, doch viele Terminals unterstützen sie nicht.

Bizum hat nach eigenen Angaben 31,5 Millionen Nutzer und erobert nun den Bereich, der dem spanischen Bezahldienst bisher fehlte: das Bezahlen im Laden. Mit der Wallet-App Bizum Pay hält man das Smartphone ans Kartenterminal, und das Geld fließt direkt vom Konto des Kunden auf das des Händlers, ohne die Netze von Visa oder Mastercard.
Nach mehr als einem Monat im Alltag kommt unser Tester zu dem Schluss, dass die App andere mobile Wallets ersetzen kann, allerdings nur dank einer Rückfalllösung: Viele Geschäfte akzeptieren Bizum am Terminal noch nicht.
Zwei Wege zur Einrichtung
Die Zahlung läuft über NFC. Der Nutzer muss Bizum-Zahlungen aktiviert haben, und das Terminal des Geschäfts muss sie unterstützen. Die Bank des Kunden verlangt keine Gebühren, dem Händler kann je nach Konditionen seiner Bank aber ein Prozentsatz berechnet werden.
Es gibt zwei Varianten. Einige Banken wie BBVA bieten die Funktion direkt in ihrer App im Bizum-Bereich an. Die zweite ist die App Bizum Pay, eine allgemeine Wallet, die auch Bankkarten akzeptiert und empfohlen wird. Zur Einrichtung genügt die mit Bizum verknüpfte Handynummer. Aktuell funktioniert die App mit CaixaBank, Sabadell, Unicaja, Caja Rural, Bankinter, Ibercaja, Grupo Cooperativo Cajamar, Abanca, Arquia Banca, Colonya Caixa Pollença und ING.
Die Ersatzkarte
Akzeptiert ein Terminal Bizum nicht, bietet Bizum Pay den Wechsel zu einer hinterlegten Karte an, und man hält das Handy erneut an das Gerät. Der Haken: Die Kassenkraft sieht die erste Zahlung als abgebrochen und muss den Betrag neu senden, was den Bezahlvorgang verlangsamt. Wird Bizum auf Anhieb akzeptiert, unterscheidet sich das Erlebnis nicht vom Kartenzahlen.
Souveränität mit Einschränkungen
Laut Bizum sind die mobilen Zahlungen weitgehend unabhängig von US-Technik, aber nicht vollständig. Die Identifikation des Handys am Terminal erfolgt weiterhin über den EMV-Standard, den EMVCo verwaltet, eine Gesellschaft unter Kontrolle von Visa, Mastercard und vier weiteren Kartennetzen. Bizum wählte ihn, weil die meisten spanischen Terminals ihn unterstützen. Zudem entscheiden Apple und Google, welche Apps NFC fürs Bezahlen nutzen dürfen; auf dem iPhone ist Bizum Pay nur möglich, weil die Europäische Kommission Apple zur Öffnung des Chips zwang.
Der nächste Schritt hat ein Datum: Im Februar unterzeichnete Bizum mit Wero, MB Way, Bancomat und Vipps MobilePay eine Vereinbarung zur Vernetzung der Systeme. Zahlungen in Geschäften anderer Länder sollen 2027 folgen.
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