Google: Freier Cashflow sinkt auf minus 9,07 Mrd. Dollar
Googles freier Cashflow ist im dritten Quartal auf minus 9,07 Milliarden Dollar gefallen. Auch das neue Modell Carbon bremste den Kursrutsch von rund 11 Prozent nicht.

Googles freier Cashflow ist im dritten Quartal weiter ins Minus gerutscht und liegt nun bei minus 9,07 Milliarden Dollar. Im Juli hatte der Konzern für das zweite Quartal mit minus 5,9 Milliarden Dollar erstmals überhaupt einen negativen Wert als börsennotiertes Unternehmen gemeldet. Nach Börsenschluss am Mittwoch verlor die Aktie rund 11 Prozent.
Der Quartalsumsatz von 127,58 Milliarden Dollar verfehlte die Markterwartungen, die langfristigen Schulden stiegen auf 125,1 Milliarden Dollar. Zudem nannte Google künftige Kaufverpflichtungen von rund einer Billion Dollar.
KI-Investitionen belasten die Kasse
Finanzchefin Anat Ashkenazi erklärte, der Großteil der Ausgaben fließe in KI-Infrastruktur, und diese Investitionen hätten den freien Cashflow gedrückt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Google Ausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden Dollar; im nächsten Jahr soll deutlich mehr investiert werden. Die Investitionen in technische Infrastruktur und der Aufbau von TPU-Beständen würden den freien Cashflow „unter Druck setzen“, so Ashkenazi.
Sie verwies auf das stärkste Wachstum bei Suchanfragen seit fünf Jahren durch KI und auf großes Interesse an KI-Abos. Google rechne mit einer attraktiven Rendite auf das investierte Kapital, deutlich über den Kapitalkosten. Geschäftschef Philipp Schindler räumte ein, dass der AI Mode „geringer monetarisiert“ sei; Google wolle die Werbedichte in AI Mode und AI Overviews erhöhen.
Carbon überzeugt Anleger nicht
Kurz vor den Zahlen stellte Google Carbon vor. CEO Sundar Pichai nannte es das bislang stärkste Frontier-Modell, mit modernster Cybersicherheit und Fähigkeiten für lange Aufgabenhorizonte. Es liege mit 59 Punkten auf Platz eins des Artificial Analysis Intelligence Index. Intern ist Carbon im Einsatz, extern zunächst nur für einen Kreis vertrauenswürdiger Cyberabwehrer. Pichai sprach von einem „goldenen Jahr“ für die Produktivität.
Anleger überzeugte das nicht. Die Zahlen fallen in eine Phase wachsender Sorgen vor einer KI-Blase: Investor Michael Burry erwartet ein Platzen binnen eines Jahres, und Apollo-Ökonom Torsten Slok schrieb, KI habe außerhalb der Techbranche keinen finanziellen Ertrag gebracht.
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