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Wirtschaft·2 Min. Lesezeit

Amazon-Rechenzentrum in Aragón darf 48 % mehr Wasser verbrauchen

Aragóns Umweltbehörde erlaubt Amazon Web Services, die Wassermenge seines Rechenzentrums in El Burgo de Ebro um 48 % zu erhöhen – während Landwirte unter Dürre leiden.

Aerial view of a large data center complex with cooling equipment on dry farmland in Aragon, Spain.
Bild: xataka.com

Die aragonesische Umweltbehörde Inaga hat Amazon Web Services genehmigt, die Wasserzuteilung für sein Rechenzentrum in El Burgo de Ebro bei Saragossa um 48 % zu erhöhen. Die Behörde sieht keine erheblichen Umweltauswirkungen und dürfte die gleiche Entscheidung auf die Standorte Villanueva de Gállego und Huesca übertragen, für die AWS denselben Antrag gestellt hat. Der Beschluss soll in den kommenden Tagen im Amtsblatt der Region erscheinen.

Was der Bescheid verlangt

Eine reguläre Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht nötig. Ein Freibrief ist das trotzdem nicht: AWS muss seine integrierte Umweltgenehmigung ändern und detaillierte Angaben zu erwartetem Verbrauch, Zuflussmengen, Abwasservolumen, Aufbereitungsanlagen und Speicherkapazität liefern. Hinzu kommen Auflagen zu Legionellen und Brandschutz, ein dauerhaftes Umweltüberwachungsprogramm und die Rekultivierung des Geländes beim Rückbau.

Warum AWS mehr Wasser will

AWS hatte den Antrag Ende 2024 gestellt. Das ursprüngliche Konzept ging von 555 Stunden pro Jahr mit Wasserkühlung aus; das Gutachten der Beratungsfirma Tauw Iberia setzt 900 Stunden an. Nach zwei Betriebsjahren spiegelten die genehmigten Werte die klimatischen Bedingungen am Standort nicht mehr genau wider, so das Unternehmen. Im Gegenzug wurde die Schwelle für den Wechsel von Freikühlung zu Wasserkühlung von 28,3 auf 29,4 °C angehoben, was den Verbrauch laut Dokument senkt.

Das maximale Gesamtvolumen der erweiterten Rechenzentrumsregion liegt bei 917.603 m³ pro Jahr, also 0,92 Kubikhektometern. Zum Vergleich: Die Papierfabriken der Ribera Baja verbrauchen mehr als 20 Kubikhektometer. AWS gibt an, der Standort beziehe Wasser aus dem Kaiserkanal von Aragón; der aktuelle Bedarf von 36.662 m³ entspreche 0,009 % des Gesamtvolumens. Geplant sind eine einzige Nanofiltrationsanlage, die rund 70 % des Wassers zurückgewinnen soll, sowie Speicher für bis zu 72 Stunden. Die Einsparung von über 10 Milliarden Litern jährlich bis 2030 ist eine Angabe des Unternehmens selbst.

Widerstand und Hintergrund

Ecologistas en Acción und Tu Nube Seca Mi Río kritisieren, der Klimawandel hätte schon im ursprünglichen Antrag berücksichtigt werden müssen, und verweisen auf eine Recherche, wonach der Standort Huesca fast das Doppelte der erlaubten Menge verbraucht habe. Sie fordern unabhängige Kontrollen, da Firmen ihren Verbrauch nicht melden müssen. Am 15. September wurde die Zuteilung des Bewässerungskanals Camarera im Gállego-Becken auf 35 % gekürzt; betroffen sind etwa 4.500 Hektar.

AWS beziffert seine Investitionen in der Region bis 2035 auf 33,7 Milliarden Euro. Offen bleibt, wer den Wasserverbrauch misst, welchen Vorrang die Bewässerung bei Beschränkungen hat und wie die Gerichte über den Regionalplan PIGA entscheiden.

Schlagwörter:amazonawsdata centerswater usearagonspain

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