NTT-Chef Shimada fordert gesetzliche Grundlage für Netzsperren
NTT-Präsident Akira Shimada will die Regierung zu einer gesetzlichen Regelung für das Sperren von Angreifer-Websites drängen und fordert klare Leitlinien im Voraus.

NTT-Präsident Akira Shimada hat am 4. November angekündigt, die japanische Regierung um eine gesetzliche Regelung für das Sperren von Verbindungen zu Websites von Angreifern zu bitten. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen sagte er, wichtig sei unter anderem eine Ausgestaltung des Notstands im Strafrecht.
Anlass ist die Aufforderung der Regierung an Telekommunikationsanbieter, nach dem unbefugten Zugriff auf die GMO Internet Group den Zugang zu Websites der Angreifer zu kappen. Wie NTT darauf reagiert, wollte Shimada nicht kommentieren.
Nutzerschutz und Fernmeldegeheimnis
Zum Blocking allgemein sagte Shimada, Nutzerschutz und das in der Verfassung verankerte Kommunikationsgeheimnis müssten miteinander vereinbar sein. Nötig seien Leitlinien, die im Voraus festlegen, in welchen Fällen eine Sperre zulässig ist.
Derzeit gilt das Sperren von Seiten mit Kinderpornografie als Notstand und ist erlaubt. Bei Piraterieseiten und illegalen Online-Casinos wurde dies in früheren Debatten nicht anerkannt.
KI und stark steigende Angriffe
Angesichts der Sorge, dass leistungsfähige KI für Cyberangriffe missbraucht wird, verwies Shimada darauf, dass es die modernsten Modelle in Japan nicht gebe und man auf Zugriffe ins Ausland angewiesen sei. Er betonte, wie wichtig im Inland verwaltete und betriebene KI sei.
Zudem machte er öffentlich, dass es von September bis Oktober, als sich Fälle unbefugten Zugriffs häuften, bei NTT-Konzernfirmen und Auftragnehmern zu 12 Datenabflüssen kam. Fünf davon, darunter ein Fernüberwachungsdienst für Solaranlagen und der E-Book-Shop Comic C'moA, gehen auf NTT selbst zurück; dafür entschuldigte er sich. Die Zahl erkannter Cyberangriffe im Oktober sei siebenmal so hoch wie im Vorjahr.
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