China enthüllt bemannte Mondlandung mit zwei Long March-10-Raketen
China hat den Ablauf seiner ersten bemannten Mondlandung vorgestellt: zwei Raketenstarts, Kopplung im Mondorbit und Landung vor 2030 – knapp hinter Artemis.

China hat die komplette Architektur seiner ersten bemannten Mondmission vorgestellt, die vor 2030 Astronauten auf den Mond bringen soll. Auf einer Konferenz zur bemannten Raumfahrt in Peking am 31. Oktober erklärte Wang Xiang, stellvertretender Chefkonstrukteur des chinesischen Raumfahrtprogramms, das Konzept: zwei Starts, danach eine Kopplung im Mondorbit.
Zwei Raketen, drei Astronauten
Zwei Schwerlastraketen vom Typ Long March-10 starten getrennt vom Weltraumbahnhof Wenchang auf der Insel Hainan. Die erste bringt die Landefähre Lanyue zum Mond, ein Fahrzeug von knapp 26 Tonnen, das zwei Personen und einen 200 Kilogramm schweren Rover absetzen kann. Die zweite transportiert das Raumschiff Mengzhou mit drei Astronauten. Nach der Kopplung im Mondorbit steigen zwei Besatzungsmitglieder in Lanyue um und landen, das dritte bleibt im Raumschiff. Die Fähre startet später wieder von der Oberfläche, trifft Mengzhou erneut, und alle fliegen in diesem Raumschiff zurück zur Erde.
Die LM-10 ist 92,5 Meter hoch und wiegt beim Start rund 2.189 Tonnen; sie kann mehr als 27 Tonnen zum Mond befördern. Präsentationsunterlagen deuten auf eine Testreihe hin: Anfang 2027 ein unbemanntes Mengzhou zur Station Tiangong, 2028 der erste Flug der vollen LM-10 mit leerem Lanyue, 2029 eine Generalprobe mit automatischer Kopplung am Mond. Peking hat diese Jahre nicht offiziell bestätigt.
Kein bemannter Mondumflug wie bei Artemis
Bodentests gab es bereits. Am 6. August 2025 absolvierte ein Lanyue-Exemplar in der Provinz Hebei Landung und Wiederstart auf simuliertem Mondboden. Am 11. Februar 2026 testete eine nur aus der ersten Stufe bestehende LM-10 den Notausstieg einer Mengzhou-Kapsule und lieferte Chinas erste Wasserung einer bemannbaren Kapsel. Weder Rakete noch Raumschiff noch Lander sind jedoch bisher in Endkonfiguration geflogen.
In den USA absolvierte Artemis II im April 2026 einen bemannten Mondvorbeiflug. Artemis III soll 2027 im niedrigen Erdorbit Kopplungen mit Testlandern von SpaceX und Blue Origin üben, die Landung ist für 2028 mit Artemis IV vorgesehen. Chinas Plan verzichtet auf einen bemannten Flug um den Mond und setzt darauf, möglichst viel im niedrigen Orbit zu prüfen und Hardware zunächst unbemannt fliegen zu lassen.
Erstmals seit der Apollo-Ära zielen zwei bemannte Landeprogramme auf so nahe Termine: 2028 für Washington, spätestens Ende 2029 für Peking. Beide Daten können sich verschieben; 2027 gilt als entscheidendes Jahr.
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