Generali übernimmt Redclick-Portfolio: Genertel verlässt Polen
Generali hat alle aktiven Verträge von Genertel übernommen, das in Polen als Redclick auftrat. Damit endet das digitale Experiment des Versicherers nach zwei Jahren.

Generali hat das Portfolio aller aktiven Versicherungsverträge von Genertel übernommen, das in Polen unter der Marke Redclick auftrat. Der Prozess wurde gestern abgeschlossen und beendet ein kurzes Kapitel des digitalen Versicherers auf dem polnischen Markt.
Was sich für Kunden ändert
Kunden müssen nichts unternehmen. Die Policen wurden automatisch übertragen, die bisherigen Deckungsbedingungen bleiben erhalten, Formalitäten sind nicht nötig.
Der Gesetzgeber sieht zudem einen Ausweg vor: Wer selbst entscheiden möchte, kann den von Genertel zu Generali übertragenen Vertrag innerhalb von drei Monaten nach dem Portfolioübergang kündigen.
Kurze Präsenz in Polen
Die Nachricht vom Rückzug Genertels aus Polen war vor weniger als einem Monat erstmals aufgetaucht. Generali und Genertel gehören beide zur italienischen Generali-Gruppe, doch Generali blickt in Polen auf eine lange Tradition und eine gefestigte Marktstellung zurück.
Genertel nahm seine Tätigkeit im Oktober 2024 auf und nutzte dafür die EU-Dienstleistungsfreiheit. Das Geschäftsmodell sah vor, Policen ausschließlich über eine Website und eine App zu verkaufen, ohne klassisches Vertreternetz. In zwei Jahren gelang es dem Unternehmen in keinem Quartal, einen Marktanteil von 0,1 Prozent in der Kfz-Haftpflichtversicherung (OC) zu überschreiten.
Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeigten die Bremsspur deutlich. Daten des Versicherungs-Garantiefonds belegen, dass die Beitragseinnahmen des Versicherers im Jahresvergleich um 70 Prozent sanken.
Der Fall zeigt, wie schwer es für reine Digitalanbieter ist, im umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt ohne Vertriebspartner Größe zu erreichen. Für die Kunden bleibt der Schutz unter der etablierteren Marke Generali nahtlos bestehen.
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