NASA fragt Industrie nach Rettung für das Hubble-Teleskop
Die NASA bittet Unternehmen um Vorschläge, wie sich das Weltraumteleskop Hubble anheben, warten oder sicher zum Absturz bringen lässt. Es sinkt langsam ab.

Die NASA will von privaten Unternehmen wissen, wie sie das Weltraumteleskop Hubble auf eine höhere Umlaufbahn bringen, warten oder sicher zum Absturz bringen könnten. Die Behörde machte die Informationsanfrage am Freitag bekannt. Sie wurde am 29. Oktober verschickt, Antworten sind bis zum 30. November fällig.
Hubble hat keinen eigenen Antrieb und verliert langsam an Höhe. Nach Analysen der NASA dürfte es 2033 oder 2034 in die Atmosphäre eintreten, eine Mission müsste daher bis 2032 starten. Die Behörde beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Wiedereintritts bis September 2032 auf 10 Prozent, bis Dezember 2033 auf 50 Prozent. Wegen seiner Masse birgt ein unkontrollierter Absturz ein geringes Risiko für Menschen am Boden.
Drei Optionen
Die Anfrage umfasst das Anheben, die Wartung zur Verbesserung oder die sichere Entsorgung. Beim Anheben muss Hubble mindestens 600 Kilometer erreichen, ohne Schaden zu nehmen. Derzeit kreist das Teleskop in rund 470 Kilometern Höhe; zuletzt hob es die Raumfähre Columbia 2002 auf 583 Kilometer. Das Unternehmen müsste Rakete, Servicefahrzeug und Missionsbetrieb stellen, bei Bedarf auch eine Besatzung.
Die NASA legt sich nicht auf den Kauf einer Mission fest und hat dafür kein Geld vorgesehen. „Wenn es innovative und kosteneffiziente Wege gibt, die Lebensdauer eines bereits im Orbit befindlichen Objekts zu verlängern, sind wir es dem amerikanischen Steuerzahler und der Wissenschaft schuldig, sie zu prüfen“, sagte NASA-Chef Jared Isaacman.
Veränderte Lage
2022 bot Isaacman, damals noch privater Astronaut, an, den Großteil einer bemannten Hubble-Mission mit SpaceX' Dragon zu bezahlen. Die NASA holte damals Ideen ein, erhielt acht Antworten und verzichtete 2024 auf eine Anhebung. Ein bemannter Besuch ist inzwischen unwahrscheinlicher, da SpaceX Crew Dragon bis 2030 ausmustern will. Isaacman erwartet Interesse von Robotikfirmen; Startups sammeln bereits Geld für Betankungstechnik im Orbit.
Das kleinere Observatorium Swift zeigt die Risiken: Seine Wissenschaftsmission endete am 20. Oktober, der Wiedereintritt wird binnen Wochen erwartet. Die Rettung durch das Startup Katalyst Space scheiterte, weil dessen Roboter Probleme bekam und das Teleskop nie erreichte.
Hubble hat einen Vorteil: Astronauten bauten beim letzten Shuttle-Besuch 2009 einen Mechanismus zum sanften Einfangen an, der das Andocken erleichtern dürfte. Einen Ersatz für den sichtbaren und ultravioletten Blick erwarten Astronomen erst mit NASAs Habitable Worlds Observatory in den 2040er-Jahren.
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