Verteidigungsroboter in Südkorea: Frequenzen und Standards fehlen
Südkoreas Roboterbranche erschließt das Militär als neuen Markt. Frequenzen, Praxistests und einheitliche Standards gelten als größte Hürden, auch für kleine Firmen.

Die südkoreanische Robotikbranche weitet sich von Fertigung und Logistik auf die Verteidigung aus und erschließt heimischen Unternehmen damit einen neuen Markt. Während das Militär Roboter zunehmend einführt, nennt die Branche technische Standardisierung, Erprobung im Einsatzumfeld und den Zugang kleinerer Firmen zur Lieferkette als wichtigste Aufgaben.
Im Verteidigungsbereich wird intensiv an unbemannten Bodenfahrzeugen (UGV) und unbemannten Wasserfahrzeugen geforscht, die KI-gestützte Autonomie und integrierte Führungs- und Leitsysteme nutzen. Große Rüstungskonzerne wie LIG Nex1 und Hanwha Aerospace arbeiten am autonomen Fahren unbemannter Systeme, am gemeinsamen Einsatz vieler Roboter und an der Fähigkeit, Missionen trotz feindlicher Angriffe oder Funkstörungen fortzusetzen.
Das Heer geht voran
Auch das Militär selbst nimmt Tempo auf. Das Heer will im Dezember eine Abteilung für Zukunftsstrategie einrichten, der eine Einheit für „Roboter und Physical AI“ angehört. Zudem werden Erprobungseinheiten für das Zusammenwirken bemannter und unbemannter Systeme ausgebaut und eine Lernumgebung für Roboter auf Basis digitaler Zwillinge von Truppenübungsplätzen aufgebaut. Roboter sind außerdem für Aufklärung und Patrouillen in der entmilitarisierten Zone, Grenzsicherung und Materialtransport vorgesehen.
Frequenzen, Standards, Zulieferer
Zu den zentralen Aufgaben zählen Funkfrequenzen für den gleichzeitigen Betrieb vieler Roboter sowie eine gemeinsame Architektur und standardisierte Schnittstellen, damit Produkte verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Gefordert werden zudem Testumgebungen, in denen die Leistung unter militärischen Einsatzbedingungen wiederholt geprüft werden kann, und ein Beschaffungssystem, das mit der schnellen KI-Entwicklung Schritt hält.
Für kleine Robotikfirmen gilt der Einstieg über Kernkomponenten und Module als realistischer als die Entwicklung kompletter Systeme. Dazu sollen vorhandene Motoren, Getriebe, Sensoren und Steuerungen an militärische Bedingungen angepasst und standardisiert werden. Wichtig sind auch Teilnahme an Verteidigungsforschung und Truppenerprobungen sowie engere Lieferbeziehungen zu Rüstungskonzernen. Professor Jang Hee-sung von der Wonkwang-Universität rät Firmen, zu prüfen, wie weit ihre Technik modularisierbar ist, statt auf Endprodukte zu schielen, und betont offene Schnittstellen.
Auch jenseits der Verteidigung wird Robotik für extreme Umgebungen entwickelt, etwa heimische Antriebskomponenten für die Weltraumerkundung und mehr Autonomie für Feuerwehr- und Katastrophenroboter. Zuverlässigkeit und Erprobung gelten als gemeinsame Herausforderungen. Der koreanische KI- und Roboterverband veranstaltet seit dem Vormonat Seminare dazu. Vizepräsident Bae Seok-tae sagte, der Verteidigungsrobotik-Rat solle Roboterfirmen, Rüstungsindustrie und Militär vernetzen.
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