Mercedes setzt auf lokale Sprach-KI von Liquid AI im E-Klasse und CLE
Mercedes integriert Sprachmodelle des Startups Liquid AI, die direkt im Fahrzeug laufen. Zunächst gibt es sie in Nordamerika für E-Klasse und CLE des Modelljahrs 2027.

Mercedes baut in einige seiner Fahrzeuge Sprach-KI-Modelle des Startups Liquid AI ein, die Anfragen direkt im Auto verarbeiten statt in der Cloud. Dadurch soll der Assistent auch ohne dauerhafte Internetverbindung funktionieren. Vorerst ist die Funktion nur in Nordamerika verfügbar.
Fahrer können per Sprache die Navigation und die Musik steuern sowie Einstellungen ändern, etwa die Sitzposition. Der Rollout begann bei der E-Klasse und dem CLE des Modelljahrs 2027. Im zweiten Quartal 2027 soll das System in S-Klasse, GLC Electric und GLE folgen. Ein separates Abo oder Zusatzkosten fallen nicht an. Für autonomes Fahren sind die Modelle nicht gedacht.
Erst lokal, dann Cloud
Nach Angaben des Unternehmens macht die lokale Verarbeitung das System schneller und verbessert den Datenschutz, zusätzlich zur Offline-Fähigkeit. Kommt das lokale Modell mit einer Anfrage nicht zurecht, übergibt das System sie an ein größeres Cloud-Modell. Als Beispiel nennt das Unternehmen die Bitte um eine Restaurantempfehlung.
Die Aufteilung folgt einem Muster, das sich in der Autoindustrie abzeichnet: Einfache, häufige Befehle bleiben auf der Hardware im Fahrzeug, offene Fragen mit größerem Wissensbedarf gehen an leistungsfähigere Online-Modelle.
Das Startup dahinter
Liquid AI wurde 2023 von Forschern des KI-Labors des Massachusetts Institute of Technology gegründet. Ende 2024 sammelte das Startup 250 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,3 Milliarden US-Dollar ein. Es entwickelt sogenannte Liquid Foundation Models, die sich durch ihre geringe Größe auszeichnen – eine Eigenschaft, die zur begrenzten Rechenleistung im Fahrzeug passt.
Für Käufer bedeutet das einen Sprachassistenten, der nicht auf eine Netzverbindung warten muss und mehr Anfragen im Auto belässt. Dass Mercedes die Funktion nicht an ein kostenpflichtiges Paket knüpft, senkt die Einstiegshürde. Der breitere Start in S-Klasse, GLC Electric und GLE ist für das zweite Quartal 2027 geplant; als Markt nennt das Unternehmen bislang nur Nordamerika.
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