NCBR stellt 25 Mio. Zloty für internationale KI-Projekte bereit
Polens Nationales Zentrum für Forschung und Entwicklung startet die sechste INNOGLOBO-Runde und widmet das gesamte Budget von 25 Mio. Zloty der KI-Forschung.

Das polnische Nationale Zentrum für Forschung und Entwicklung (NCBR) hat die sechste Ausschreibung seines Programms INNOGLOBO gestartet. Erstmals fließt das gesamte Budget von 25 Millionen Zloty in internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um künstliche Intelligenz. Anträge sind bis zum 12. Februar 2027 möglich.
Wer sich bewerben kann
Angesprochen sind polnische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Konsortien, die KI-Vorhaben gemeinsam mit ausländischen Partnern umsetzen wollen. Die Förderung pro Projekt liegt zwischen 300.000 und 2 Millionen Zloty, die Laufzeit beträgt zwei bis drei Jahre. Die Vorhaben müssen sowohl industrielle Forschung als auch experimentelle Entwicklungsarbeiten umfassen.
In den fünf früheren Runden förderte INNOGLOBO insgesamt 59 Projekte. Anders als diese konzentriert sich die aktuelle Ausschreibung ausschließlich auf KI. Jedes Projekt muss mindestens einem von vier Bereichen zugeordnet sein:
- Entwicklung von KI-Technologien, einschließlich Datenverarbeitung und Edge Computing;
- KI in Medizin und Biotechnologie;
- KI in der Cybersicherheit;
- Einsatz in Industrie und Automatisierung.
NCBR-Chef Prof. Jerzy Małachowski sagte, die Entwicklung künstlicher Intelligenz erfordere, Grenzen zu überwinden und über Disziplinen, Institutionen und Staaten hinweg zusammenzuarbeiten. Der internationale Austausch von Wissen und Erfahrung bringe die interessantesten Innovationen hervor.
Wissenschaft im Zeitalter der KI
Die Details des Programms wurden auf einer NCBR-Konferenz mit dem Titel „Wie betreibt man Wissenschaft im Zeitalter der KI. Künstliche Intelligenz als Werkzeug internationaler Zusammenarbeit“ vorgestellt. Die Teilnehmer betonten, Algorithmen beschleunigten Datenanalyse und Hypothesenbildung, könnten menschliche Arbeit aber nicht vollständig ersetzen.
Prof. Ross D. King von der Universität Cambridge geht davon aus, dass Forscher, die mit KI zusammenarbeiten, künftig bessere Ergebnisse erzielen als allein arbeitende. Experten wie Prof. Peter Lievens von der KU Leuven verwiesen zugleich auf Grenzen der Technologie, etwa das Risiko falscher Angaben durch große Sprachmodelle. Wichtig bleibe ein kritischer Umgang, die Prüfung der Ergebnisse durch Fachleute und die Rolle der KI als Mitarbeiter statt letzter Instanz.
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