Claude Code soll E-Mail-Adressen von Nutzern an Websites weitergeben
Ein vielbeachtetes GitHub-Ticket wirft Claude Code vor, E-Mail-Adressen bei Websuchen an Drittseiten zu senden. Ein Fix existiert, deckt aber nur einen Teil der Fälle ab.
Ein stark diskutiertes GitHub-Ticket wirft Claude Code, dem Programmieragenten von Anthropic, vor, die E-Mail-Adressen seiner Nutzer bei Websuchen an Drittseiten weiterzugeben. Eingereicht hat es der Nutzer taylor-edwards am 5. November 2026.
Laut Meldung zur Version 2.1.318 unter macOS landete die Adresse im User-Agent-Header, jener Zeile, mit der sich ein Programm gegenüber einer Website identifiziert. „Ich bekomme dutzende Betrugsmails am Tag, weil Claude Code meine E-Mail-Adresse preisgegeben hat“, schrieb der Nutzer.
Seit Juli bekannt
Auf Hacker News gehörte das Ticket zu den Top-Themen, weil es nicht das erste seiner Art ist. Ähnliche Meldungen gab es bereits im Juli und im Oktober. Ein Kommentator namens phase3dev mahnt: „Unterschätzt nicht die Intelligenz eurer Nutzer.“
Laut Ticket #81138 liest Claude Code die Adresse des Kontos aus einer lokalen Konfigurationsdatei und fügt sie dem Kontext hinzu, den das Modell zu Beginn jeder Sitzung sieht. Bei Seiten wie Wikipedia, die automatisierte Programme um eine Kontaktangabe bitten, hat das Modell diese Adresse mitunter in seine Anfrage kopiert.
Ein Fix mit Lücken
Anthropic hat das Problem nicht direkt eingeräumt. Ein Mitwirkender des Repositorys antwortete jedoch, ein in Claude Code integriertes, standardmäßig aktives Schutzmodul blockiere dieses Verhalten seit Version 2.1.317. Verfügbar ist die Korrektur seit dem 3. November.
Die Kritik legt das nicht. Ein Entwickler testete das Modul mit 23 Befehlen, die eine falsche Adresse enthielten. Nach seinen Angaben blockiert es zwar das Senden im User-Agent, lässt aber acht andere Wege durch: etwa einen anderen Header, eine Zugangskennung oder den Fall, dass der Befehl die Adresse selbst im letzten Moment abruft.
Für Entwickler besteht das praktische Risiko darin, dass eine persönliche Adresse ohne deutliche Warnung in den Logs kontaktierter Seiten landet. Ob Anthropic den Schutz auf die übrigen Wege ausweitet, ist nicht bekannt.
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