Japans Cyberbehörde NCO drängt auf Basisschutz gegen Datenlecks
Japans nationales Cyberamt NCO hat acht Maßnahmen für Unternehmen veröffentlicht, die personenbezogene Daten verarbeiten. Auslöser sind gehäufte Datenlecks durch Basismängel.

Das japanische Nationale Cybersicherheitsamt (NCO) im Kabinettssekretariat hat am 5. November ein Dokument zur Verhinderung von unbefugten Zugriffen veröffentlicht, die zu Lecks personenbezogener Daten führen. Es richtet sich an Unternehmen mit Websites und Mobile-Apps und fordert, grundlegende Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Nach Angaben des NCO gehen die jüngsten Fälle abgeflossener Kundendaten oft auf ungepatchte Software-Schwachstellen und Konfigurationsfehler zurück. Das Papier nennt acht Maßnahmen in drei Bereichen: Betrieb und Verwaltung, Entwurf und Entwicklung sowie Lieferkette.
Betrieb: Bestände kennen, Angriffsfläche verkleinern
Unternehmen sollen erfassen, welche Software in welcher Version und wo im Einsatz ist, bekannte Schwachstellen sammeln und beheben – Server und Netzwerkgeräte zuerst. Zudem soll die Angriffsfläche laufend inventarisiert und minimiert werden. Genannt werden öffentlich erreichbare Admin-Oberflächen, Entwicklungs- und Testumgebungen sowie falsch freigegebener Cloud-Speicher.
Die dritte Betriebsmaßnahme sieht fortlaufende Schwachstellenprüfungen und Überwachung verdächtigen Verhaltens vor, auch mit KI. Als Einsatzfelder gelten die Suche nach Angriffswegen, die Bewertung von Auswirkung und Priorität, die Analyse von Logs und Alarmen sowie Vorschläge für Gegenmaßnahmen. Menschen sollen Begründung und Plausibilität der KI-Ergebnisse prüfen und entscheiden.
Entwicklung und Lieferkette
Bei Entwurf und Entwicklung empfiehlt das NCO Security by Design, besseren API-Schutz und Tests vor der Veröffentlichung. Genannt werden Threat Modeling, Werkzeuge wie SAST, SCA, DAST und IAST sowie die Kontrolle von API-Rechten, Zugangsdaten und Rate-Limits. Das Amt warnt vor App-to-Backend-Angriffen (A2B). Als Schwachstellen nennt es unter anderem SQL-Injection, OS-Command-Injection, Remote Code Execution, SSRF und Directory Traversal.
In der Lieferkette können Firmen auch bei eigener sauberer Absicherung durch Dienstleister getroffen werden. Empfohlen werden Multi-Faktor-Authentifizierung, IP-Beschränkungen, Verbindungen nur während der Arbeit, Prüfung von Admin-Rechten, vertraglich festgelegte Sicherheitsanforderungen und Zero-Trust-Zugriffskontrolle. Hinzu kommen Notfallabläufe für Zero-Day-Lücken und die vertragliche Pflicht zur Lieferung einer SBOM.
Das NCO betont, die Maßnahmen zielten auf aktuelle Angriffsmethoden; künftig sei mit raffinierterem KI-Missbrauch zu rechnen.
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