McDonald's verklagt: KI-Tool empfiehlt Franchisenehmern Preise
Ein Verbraucher aus Illinois verklagt McDonald's wegen eines KI-Systems, das US-Franchisenehmern Preise empfiehlt. Er sieht Preisabsprachen, der Konzern widerspricht.

McDonald's sieht sich in den USA mit einer Klage wegen eines KI-Werkzeugs konfrontiert, das der Konzern seit Jahren zur Preisempfehlung nutzt. Der Verbraucher Michael Thomas aus Illinois reichte sie am 2. Oktober ein. Er argumentiert, das System könne die Abstimmung von Preisen zwischen Restaurants erleichtern, die eigentlich unabhängig voneinander konkurrieren sollten.
Laut Klage wertet das Tool die Umsätze jedes Restaurants, dessen Standort und die Preise der Konkurrenz aus und errechnet daraus, was jeder Artikel auf der Karte kosten soll. Thomas wirft McDonald's vor, Geschäftsdaten zu nutzen, die Franchisenehmer untereinander normalerweise nicht teilen würden, darunter die Verkaufszahlen einzelner Filialen. Daraus entstünden Preisempfehlungen, die den Wettbewerb dämpfen und Produkte verteuern könnten.
Thomas kauft meist einen Cheeseburger, Pommes und ein Getränk. Auf das System wurde er aufmerksam, weil er Preisunterschiede zwischen nahe gelegenen Filialen bemerkte.
McDonald's: KI legt keine Preise fest
Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Die Werkzeuge gäben lediglich Empfehlungen, die Franchisenehmer annehmen oder ignorieren könnten. In einer Stellungnahme auf seiner Website betont McDonald's, weder dynamische Preise zu verwenden noch über KI automatisch die Preise für Kunden zu ändern.
Rund 95 Prozent der 14.000 US-Restaurants werden von Franchisenehmern betrieben, die ihre Preise selbst festlegen. Die Kläger halten dagegen, McDonald's habe genug Einfluss, um sie zur Befolgung der Empfehlungen zu drängen. Eine frühere Recherche hatte berichtet, dass manche Franchisenehmer solchen Druck spürten; das Unternehmen weist diese Deutung zurück.
Wie es weitergeht
Die Klage soll als Sammelklage für weitere betroffene Verbraucher zugelassen werden und fordert Schadenersatz. Ein Gericht hat noch nicht entschieden, ob das Tool tatsächlich zur Preiskoordination diente; die Vorwürfe sind unbewiesen.
Der Fall reiht sich in die wachsende Kritik an algorithmischer Preissoftware ein. Im Kern geht es um die Frage, ob gemeinsame Daten und einheitliche Empfehlungen auch dann als Koordination gelten können, wenn jedes Unternehmen formal selbst über seine Preise entscheidet.
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