Beget nach Cyberangriff: Über 60 % des Hostings wieder online
Der russische Hoster Beget hat nach einem Cyberangriff über 60 % seines Hostings wiederhergestellt. Die Cloud-Infrastruktur ist zerstört, nicht alle Daten sind zu retten.

Der russische Hosting-Anbieter Beget hat nach einem Cyberangriff mehr als 60 % seiner Hosting-Dienste wieder in Betrieb genommen. Zugleich räumt das Unternehmen ein, dass die Cloud-Infrastruktur zerstört wurde und sich nicht alle Kundendaten wiederherstellen lassen.
Laut Unternehmensangaben verschafften sich die Angreifer in der Nacht vom 1. auf den 2. November 2026 Zugriff auf die Steuerungsebene der gesamten Architektur und führten anschließend Skripte aus, die Daten löschten. Alles, was sich am schnellsten wiederherstellen ließ, sei bereits wieder verfügbar.
Was verloren ist und was zurückkehrt
Die übrigen Hosting-Server wurden stärker beschädigt und sollen aus Backups wiederaufgebaut werden. Auf den ersten dieser Server will Beget am 7. November 2026 beginnen. Die Funktionen des Kundenbereichs sollen schrittweise wieder freigeschaltet werden.
Schlechter sieht es bei virtuellen privaten Servern aus. Nach aktueller Einschätzung stehen Datei-Backups von VPS nur der Hälfte der Nutzer zur Verfügung, „alle Daten wiederherzustellen ist unmöglich“. Außerdem seien Teile der jüngsten Daten im internen System verloren gegangen. Bei manchen Kunden fehlen die Zuordnungen zwischen Konto und gebuchten Diensten; sie werden neu aufgebaut.
Cloud entsteht neu
„Leider ist die Cloud-Infrastruktur zerstört. Wir bauen sie neu auf“, so das Unternehmen. Architektur und Verwaltungsdienste seien bereits wiederhergestellt. Die ersten Server sollen binnen ein bis zwei Tagen angebunden werden, danach folgen Integration und Tests. Zugriff auf erhalten gebliebene Kopien soll es über das Kundenpanel geben.
Beget geht außerdem davon aus, dass die Bedrohung weiter besteht. Man bereinige alles, was möglich sei, und überarbeite jeden potenziell verwundbaren Punkt, auch solche, die zuvor unbedenklich schienen.
Für Kunden bedeutet das eine ungleichmäßige Rückkehr: Websites auf Shared Hosting kommen zuerst zurück, während VPS- und Cloud-Nutzer am längsten warten müssen und das größte Risiko dauerhafter Datenverluste tragen.
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