ArtCraft: Entwickler baut Open-Source-Alternativen zu Adobe per KI
Aus Frust über Adobes Abo-Strafen hat Brandon Thomas mit Claude kostenlose Open-Source-Alternativen zu Photoshop und Premiere in Rust entwickelt.

Der Entwickler Brandon Thomas, der auf 15 Jahre Erfahrung zurückblickt, hat eine Reihe kostenloser Open-Source-Kreativprogramme veröffentlicht, die Adobes bekannteste Anwendungen nachbilden sollen. Das Projekt heißt ArtCraft und umfasst PhotoCraft, FilmCraft, VectorCraft und LightCraft. Sie orientieren sich an Photoshop, Premiere Pro, Illustrator und Lightroom.
Seinen Anstoß gab laut Thomas der Ärger über Adobes Abomodell: Nachdem er mehrfach Strafgebühren für gekündigte Abonnements erhalten hatte, begann er, eigene Alternativen zu bauen. Den Großteil des Codes, der überwiegend in Rust geschrieben ist, ließ er nach eigenen Angaben von Claude Opus 5.5 erzeugen, dem KI-Modell von Anthropic.
Offener Code für drei Plattformen
Die Projekte liegen auf GitHub, sodass jeder die Funktionsweise einsehen und Verbesserungen beisteuern kann. Die Programme gibt es für Windows, macOS und Linux. Gerade für Linux-Nutzer ist das interessant, da Adobe dieses System nicht offiziell unterstützt.
Da die Projekte unter offenen Lizenzen stehen, lässt sich der Code studieren und anpassen, was viele Nutzer begrüßen. Zugleich gibt es Zweifel, wie stark die Produkte Adobes Software ähneln.
Noch ein weiter Weg
Die Oberflächen wirken vertraut, doch ein vollwertiger Ersatz sind die Programme nicht. Thomas räumt selbst ein, dass sie sich in einem frühen Stadium befinden und Fehler sowie unvollständige Funktionen aufweisen. Laut Dokumentation ist PhotoCraft nicht bereit, Photoshop im täglichen professionellen Einsatz zu ersetzen, unter anderem wegen eingeschränkter Profiwerkzeuge und fehlender Unterstützung für bestimmte Dateiformate.
Thomas glaubt, dass KI den Bau von Alternativen zu kommerzieller Software deutlich erleichtern wird. Frühe Versionen zu zeigen sei aber etwas anderes, als stabile Anwendungen über Jahre zu pflegen. ArtCraft belegt vorerst, dass KI die Entwicklung komplexer Software beschleunigen kann. Ob die Alternativen zu verlässlichen Werkzeugen werden, muss sich noch zeigen.
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