Anthropic-Deal verpasst: Aus 500.000 Euro wären 167 Millionen geworden
Investor Enrico Mellis lehnte früh Anthropic-Anteile aus dem FTX-Bestand ab. Seiner Rechnung nach wären aus 500.000 Euro rund 167 Millionen Euro geworden.

Der deutsche Investor Enrico Mellis hätte früh bei Anthropic einsteigen können, für ein Mindestticket von 500.000 Euro. Er lehnte ab. Nach eigener Rechnung hat ihn das rund 167 Millionen Euro gekostet.
Mellis, Investor bei Animal Syndication Company, steht am Anfang der neuen Serie „Anti-Portfolio“. Sie widmet sich Startups, in die Investoren hätten einsteigen können, es aber nicht taten. Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Chatbot Claude, wurde zuletzt mit 965 Milliarden Dollar bewertet und zählt zu den wertvollsten Startups der Welt.
Secondaries aus dem FTX-Bestand
Laut Mellis schaute er sich gemeinsam mit einigen Angels Anthropic-Secondaries an, bei – so seine Erinnerung – drei Milliarden Bewertung. Die Anteile stammten aus dem Bestand des inzwischen insolventen Kryptokonzerns FTX und wurden im Zuge der Insolvenz verkauft.
Mehrere Punkte schreckten die Gruppe ab. „Das Deck sah ziemlich verwirrend aus, OpenAI war damals schon wahnsinnig ‚hoch‘ bewertet (8 bis 10 Milliarden), und dann dieser ganze FTX-Kontext“, sagt Mellis. Die Kombination habe „ziemlich sketchy“ gewirkt. Hinzu kam die Frage, warum ein so guter Deal ausgerechnet bei ihnen lande. Also ließen sie es sein.
Die Rechnung des verpassten Deals
Mellis hat die Summe selbst durchgerechnet: Gehe Anthropic mit 2 Billionen Dollar an die Börse, wären aus den 500.000 Euro unter Annahme von 50 Prozent Dilution rund 167 Millionen Euro geworden. Dilution bezeichnet die Verwässerung der eigenen Beteiligung, wenn in späteren Finanzierungsrunden neue Anteile ausgegeben werden. „Ein sehr, sehr teurer Fehler“, sagt er.
Seine Lehre: genauer unterscheiden, ob er wirklich Zweifel an der Firma hat oder nur an der Art, wie der Deal bei ihm landet. „Ein schlechtes Deck und ein seltsamer Verkaufsprozess können einen ziemlich davon ablenken, was man da eigentlich vor sich hat.“
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