Moskauer Gericht: Ex-Google-Russland-Chef soll 160 Mrd. Rubel zahlen
Das Schiedsgericht Moskau verpflichtet den früheren Chef der russischen Google-Tochter zur Zahlung von 160,3 Milliarden Rubel an den vorläufigen Verwalter.

Das Moskauer Schiedsgericht hat den früheren Geschäftsführer der russischen Google-Tochter (OOO Google), Carlo Salvatore Maria Dasaro Biondo, zur Zahlung von 160,3 Milliarden Rubel verurteilt. Das Geld geht an Walerij Taljarowski, den vorläufigen Verwalter des Vermögens der Gesellschaft.
Worum es im Streit geht
Im Mittelpunkt stehen die Auflösung eines Vertrags über den Weiterverkauf von Werbeflächen aus dem Jahr 2009 und der Abschluss eines gleichlautenden Vertrags im Frühjahr 2018. Hinzu kommen Zahlungen der OOO Google, die zwischen 2018 und 2022 bei Google Ireland Limited eingingen. Taljarowski verlangte, sie für unwirksam zu erklären.
Die Summe setzt sich aus 101,7 Milliarden Rubel Hauptforderung und 58,6 Milliarden Rubel Zinsen zusammen. Denselben Betrag hatte das Gericht bereits im Februar Google Ireland Limited zugesprochen.
Hintergrund
Das Moskauer Schiedsgericht erklärte die OOO Google im Oktober 2023 für insolvent; den Antrag hatte das Unternehmen selbst gestellt. Taljarowski wurde vorläufiger Verwalter.
Ende Oktober 2026 zahlte die russische Gesellschaft zudem 16,8 Milliarden Rubel an Strafen, die im Zusammenhang mit dem amerikanischen Google verhängt worden waren.
Das Urteil erhöht den Druck auf die frühere russische Führung und die Konzernstruktur, während der Verwalter Mittel für die Gläubiger der insolventen Gesellschaft einzutreiben versucht. Ob Rechtsmittel eingelegt wurden oder wie sich das Urteil gegenüber dem Beklagten durchsetzen lässt, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
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