Xenon entwickelt KI, mit der Humanoide Fehler selbst beheben
Das koreanische KI-Unternehmen Xenon erhält 2 Milliarden Won aus dem Programm Scale-up TIPS, um Humanoiden per Weltmodell die Selbstkorrektur bei Fehlern beizubringen.

Das südkoreanische Unternehmen Xenon entwickelt eine KI-Technik, mit der humanoide Roboter Fehler während einer Aufgabe selbst erkennen und beheben sollen. Wie das Unternehmen am 4. November mitteilte, wurde es in das Forschungsprogramm „Scale-up TIPS“ des Ministeriums für KMU und Start-ups sowie der Korea Technology and Information Promotion Agency for SMEs aufgenommen.
Das ausgewählte Projekt trägt den Titel „Entwicklung einer auf einem verkörperten kognitiven Weltmodell basierenden Verhaltensüberwachung“. Xenon übernimmt die Konsortialführung und erhält über drei Jahre bis August 2029 staatliche Fördermittel von 2 Milliarden Won (rund 1,2 Millionen Euro) für Entwicklung und Praxistests.
Wenn mehrstufige Aufgaben ins Stocken geraten
Ziel ist, dass Humanoide bei Aufgaben aus mehreren Schritten Fehler selbst bemerken und darauf reagieren. Laut Xenon können heutige Roboter einzelne Handgriffe wie das Greifen eines Gegenstands oder das Öffnen einer Tür meistern. Die gesamte Aufgabe bricht aber ab, wenn für den nächsten Schritt keine passende Position oder Haltung erreicht wird.
Dafür will Xenon eine Verhaltensüberwachung entwickeln, die Roboterzustand, Aufgabenplan sowie frühere Erfolge und Misserfolge auswertet. Sie wird mit einem Weltmodell kombiniert, das aus den Ergebnissen von Handlungen künftige Situationen vorhersagt. So soll der Fortschritt in Echtzeit geprüft werden; bei Fehlern passt das System Anweisungen an oder schlägt einen neuen Lösungsweg vor.
Ein Beispiel des Unternehmens: Ein Roboter öffnet eine Kiste, nimmt eine Dose heraus und stellt sie in den Kühlschrank. Gerät er an einen Punkt, an dem die nächste Bewegung schwerfällt, korrigiert das System die Anweisung oder zeigt einen Ausweg. Das soll menschliche Eingriffe verringern und den Dauerbetrieb verlängern.
Weg zur Vermarktung
Im März eröffnete Xenon ein Physical-AI-Labor und arbeitet an einer KI-Engine für Wahrnehmung, Urteil und Handlung von Humanoiden sowie an der Roboterplattform „Physical Ops“. Genutzt wird zudem Technik aus der generativen Unternehmens-KI-Plattform GenOS.
Die Ergebnisse sollen im eigenen Humanoiden GenP in realen Arbeitsumgebungen erprobt werden. Danach plant Xenon den Einsatz in Pflegeeinrichtungen als Alltagshilfe und für Führungsdienste sowie die Vermarktung über Lizenzen und Abonnements für Betriebssoftware.
Technikchef Myung Dae-woo bezeichnete die Auswahl als wichtige Gelegenheit, die Stärken im Unternehmens-KI-Markt auf Physical AI auszuweiten.
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