Südkorea geht vor Uni-Test CSAT gegen KI-Smartbrillen vor
Vor dem Uni-Test CSAT am 19. November kontrolliert Südkorea Brillenträger auf KI-Smartbrillen. Prüflinge fürchten Verwechslungen, Aufsichtslehrer fühlen sich überfordert.

Südkorea verschärft vor der Hochschulzugangsprüfung CSAT 2027 die Kontrollen gegen KI-Smartbrillen. Dabei ist eine unerwartete Debatte über gewöhnliche Brillen entstanden: Die Behörden wollen Betrug mit moderner Technik verhindern, doch manche Prüflinge fürchten, ihre normale Brille könnte für eine Smartbrille gehalten werden.
Wie die Kontrollen aussehen, zeigt das Bildungsamt der Stadt Seoul. Bei der heutigen ersten Runde der Einstellungsprüfung für Lehrkräfte an Kindergärten, Grund- und Förderschulen müssen Brillenträger ihre Brille vor der ersten Prüfungseinheit abnehmen und der Aufsicht zeigen. Geprüft werden die Dicke von Rahmen und Bügeln, Kameralinsen, Mikrofon- und Lautsprecheröffnungen sowie Ladeanschlüsse. Auch in der zweiten und dritten Einheit wird beobachtet, in den Pausen kann es weitere Kontrollen geben.
Unmut bei Prüflingen und Lehrkräften
Der CSAT findet am 19. November statt, die Nervosität wächst. In einem Online-Forum schrieb ein Prüfling, der sonst eine schwarze Hornbrille trägt, wegen hoher Stärke und Hornhautverkrümmung kämen dünnere Gestelle oder andere Gläser nicht infrage. Er fragte, was geschehe, wenn man ihm die Brille während der Prüfung abnehme. Einige Prüflinge wollen laut Berichten auf Metallgestelle oder Kontaktlinsen umsteigen.
Auch die Aufsichtslehrer stehen unter Druck. Smartbrillen sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen; wer nachfragt, riskiert Beschwerden, wer Betrug übersieht, riskiert Verantwortungsfragen. Ein erfahrener Lehrer aus Suwon sagte, viele Kollegen versuchten in diesem Jahr, der Aufsicht zu entgehen. Die Schulung der Aufsichten findet erst am Tag vor der Prüfung statt, was Lehrkräfte für zu kurz halten. Die Lehrergewerkschaft der Provinz Gyeonggi forderte am 26. Oktober klare Kriterien zur Unterscheidung beider Brillenarten und ein Streitbeilegungssystem der Behörden.
Was die Regeln vorsehen
Das Institut für Lehrplan und Evaluation (KICE) führt Smartbrillen als verbotene Gegenstände. Wer sie bei sich hat, dessen Prüfung kann für ungültig erklärt werden; je nach Fall droht eine Sperre für den CSAT im Folgejahr. An jedem Prüfungsort soll eine Fachkraft für die Erkennung von Smartbrillen eingesetzt werden.
Präsident Lee Jae-myung wies am 5. November in einer Sitzung seiner Berater an, Betrug mit Smartbrillen und anderen Geräten zu unterbinden. Er forderte bessere Schulungen, ein geordnetes Vorgehen vor Ort und Schutz der Aufsichten vor ungerechtfertigten Beschwerden. Ein Vertreter des Bildungsamts Gyeonggi erklärte, Ministerium und regionale Ämter berieten noch über den Einsatz der Fachkräfte.
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