Stellantis erholt sich in Europa, doch der Weg bleibt lang
Stellantis steigert in Europa die Auslieferungen um 10 Prozent und die E-Auto-Verkäufe um 65 Prozent. Die Marge bleibt aber negativ, die Wende dauert bis 2027 und länger.

Stellantis zeigt in Europa erste Erholungszeichen, doch die Zahlen zum dritten Quartal vom 28. Oktober machen klar: Der Weg zurück ist lang. Die Auslieferungen stiegen um 10 Prozent, der Absatz von Elektroautos legte um 65 Prozent zu. Die bereinigte operative Marge in der Region sank jedoch auf -2,2 Prozent, nach +1,2 Prozent im Vorjahr.
Günstige E-Autos laufen, die Qualität hinkt
Getragen wird das Wachstum vor allem von Modellen auf der „Smart Car“-Plattform, allen voran dem Citroën ë-C3. Rabatte, mit denen die Produktion abgesetzt wird, belasten allerdings das Ergebnis. Hinzu kommen verschobene Markteinführungen, wiederkehrende Softwarefehler und ein schwaches Qualitätsimage bei diesen günstigen Fahrzeugen.
Der Kontrast ist groß für einen Konzern, der einst mit zweistelligen Renditen glänzte. Zwei Jahre nach der Krise Ende 2024, die zum Abgang von Carlos Tavares führte, versucht Konzernchef Antonio Filosa, die Märkte zu beruhigen. Der Führungswechsel scheint erste Wirkung zu zeigen, die Finanzziele bleiben bestehen.
Dünner Modellkalender und chinesische Krücke
Der europäische Modellkalender wirkt für einen Konzern mit 14 Marken dünn. Auf dem Pariser Autosalon beeindruckte Stellantis zwar mit mehreren Konzeptfahrzeugen, doch kaum eines steht bald beim Händler. Der Lancia Gamma dürfte den Absatz kaum beflügeln, und der kommende Fiat Grizzly, ein Verwandter von Citroën ë-C3 Aircross und Opel Frontera, lockt vielleicht Neugierige, ändert aber wenig. Zugleich altern die Volumenmodelle, und ihre Nachfolger lassen auf sich warten.
Filosa setzt auf die künftige Plattform STLA One und den breiten Einsatz der LFP-Batteriechemie, beides um 2027 bis 2028 erwartet.
Bis dahin hilft Leapmotor. Rechnet man die in Europa vertriebenen chinesischen Modelle ein, wächst der Elektroabsatz um 93 Prozent, ohne sie um 65 Prozent. Die Marke erweitert das Elektroangebot und gewinnt neue Kunden, doch zu starke Abhängigkeit könnte Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit der traditionellen Marken überdecken.
Für eine vollständige Genesung müssen die Werke rund laufen, die Batterieversorgung Schritt halten und der Konzern wieder jene gelungenen Autos bauen, die seinen Marken einst Ruhm einbrachten. Die Besserung ist in Sicht, doch in Europa braucht Stellantis noch Geduld.
Mehr von diesem Tag
Alle anzeigen →UPI erreicht im Oktober Rekord von 25,47 Milliarden Transaktionen

Huawei Pura 90 Plus startet mit Kirin 9025 und 100-Watt-Laden

iPhone 18: A20-Chip, mehr RAM und neue Siri laut Leaks 2027




