Rivian übernimmt Third Dimension für autonomes Fahren
Rivian kauft das britische Startup Third Dimension, dessen KI aus Bildern und Videos realistische 3D-Welten erzeugt – für bessere Simulationen beim autonomen Fahren.

Der Elektroautohersteller Rivian hat das britische Startup Third Dimension übernommen. Dessen KI verwandelt Bilder und Videos in realitätsnahe 3D-Welten. Rivian will die Technik nutzen, um Fahrassistenzfunktionen und das Selbstfahrsystem für die geplanten Robotaxis für Uber schneller zu entwickeln. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Das 15-köpfige Team von Third Dimension, überwiegend in Großbritannien ansässig, wird in Rivians Autonomie- und KI-Abteilung unter James Philbin eingegliedert. Laut Philbin kann Rivian dadurch auch seinen KI-Standort in London ausbauen. Gegründet wurde das Startup 2024 von CEO Tolga Kart und Piotr Sokólski. Es sammelte 7 Millionen US-Dollar Seed-Kapital ein, unter anderem von Abstract Ventures, MVP, Soma Capital und Solari Capital. Ursprünglich sollte die Technik die Entwicklung von Videospielen beschleunigen; die Gründer sahen aber auch Einsatzfelder in Verteidigung und autonomem Fahren.
Reale Szenarien simulierbar machen
Simulation ist zentral, um Systeme für autonomes Fahren zu trainieren und zu validieren. Klassische Simulatoren basieren auf Render- oder Spiele-Engines und oft auf synthetischen Daten. Dadurch bleibt laut Kart eine Lücke zwischen virtueller und realer Welt. Third Dimension geht stattdessen von echtem Videomaterial aus.
„Es geht darum, reale Szenarien simulierbar zu machen“, sagte Philbin. Ingenieure können Kameras verschieben, andere Verkehrsteilnehmer umpositionieren und Licht oder Wetter ändern. Rivian erhält nach eigenen Angaben mehr als 400.000 Sequenzen pro Tag von Kundenfahrzeugen wie R1T, R1S, Lieferwagen und R2, sofern Besitzer die Freigabe der Außenkameras aktiviert haben. Die Daten werden aggregiert und anonymisiert.
Laut Philbin lassen sich so komplexe Situationen nachstellen, ohne auf seltene Grenzfälle im Straßenverkehr zu warten. Besonders wichtig sei das bei der Validierung: Man müsse darauf vertrauen können, dass Simulationsergebnisse die reale Leistung abbilden.
Wie es weitergeht
Aktuell bietet Rivian „Universal Hands-Free“ auf Autobahnen an. Bis Jahresende soll eine Version folgen, die ganze Fahrten auf Stadtstraßen und Autobahnen ohne Lenkradkontakt bewältigt; Fahrer müssen aber weiter überwachen. Volle Autonomie ist für die Robotaxi-Varianten des R2 vorgesehen, die 2028 in der Uber-App verfügbar sein sollen.
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