Qualcomm sucht Wachstum jenseits von Handys: Autos, KI, Starlink
Qualcomms Umsatz sank im Quartal um 7 % auf 10,44 Mrd. US-Dollar, weil die Speicherkrise den Handymarkt bremst. Autos, KI und Starlink sollen es richten.

Qualcomm hat im letzten Quartal seines Geschäftsjahres 10,442 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 7 % weniger als im Vorjahr. Grund ist die Speicherkrise, die den Smartphone-Markt ausbremst, von dem der Konzern weiter stark abhängt. Das operative Ergebnis lag bei 2,769 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie sank um 28 %, das operative Ergebnis um 27 %. Die Erwartung der Wall Street von 10,14 Milliarden Dollar übertraf der Umsatz dennoch knapp.
Handys schrumpfen, Autos wachsen
Die Sparte für Smartphone-Chips erlöste 5,137 Milliarden Dollar, 26 % weniger als vor einem Jahr. Das Automobilgeschäft legte dagegen um 89 % auf 1,990 Milliarden Dollar zu. Das ist ein großer Sprung, gleicht den Rückgang bei Handys aber nicht aus.
Ursache sind die stark gestiegenen Speicherpreise. IDC hatte im August prognostiziert, dass die weltweiten Smartphone-Lieferungen dieses Jahr um fast 17 % sinken. DRAM und NAND seien im Jahresvergleich um mehr als 300 % teurer geworden, der Durchschnittspreis eines Handys um bis zu 28 %. Der Arbeitsspeicher ist damit das teuerste Bauteil, nicht mehr der Prozessor, und Qualcomms Margen schrumpfen. Die operative Marge der Chipsparte fiel von 29 auf 24 %; für das laufende Quartal rechnet der Konzern mit 20 bis 22 %.
Drei Wetten
Qualcomm setzt auf drei Felder. Autos sollen im Geschäftsjahr 2027 eine tragende Säule werden. Bei Rechenzentren erwartet das Unternehmen in diesem Quartal mehr als 650 Millionen Dollar und für das gesamte Geschäftsjahr 5 Milliarden Dollar, unter anderem dank einer Vereinbarung mit Amazon über KI-Inferenzchips.
Das dritte Feld ist Starlink. Am 4. November kündigte Qualcomm an, Funkausrüstung, Baseband-Einheiten und Software für das geplante terrestrische 5G-Netz von Starlink Mobile in den USA zu liefern. Ab 2027 sollen Tausende Masten entstehen. Qualcomm nennt es seinen bisher größten 5G-Auftrag und eine Grundlage für künftige 6G-Infrastruktur für KI.
Risiken
Autos und Handychips sind für Qualcomm gesicherte Märkte, die Erlöse aus SpaceX und Rechenzentren dagegen weniger. Sie hängen davon ab, dass die Rechenzentren gebaut werden, die KI-Blase nicht platzt, SpaceX seinen Zeitplan hält und Großkunden wie Amazon bei Qualcomm bleiben, statt zu einem Rivalen mit attraktiverer Lösung zu wechseln.
Der Fall zeigt, wie KI Unternehmensstrategien durcheinanderbringt: mal zum Nachteil wie bei Qualcomm und den Handys, mal zum Vorteil wie bei Nvidia, das sich vom Gaming ab- und KI-GPUs zuwendet, oder bei Micron, das den Endkundenmarkt verlässt.
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