Physicl sammelt 10 Mio. Dollar für realistischere Robotersimulation
Das Startup Physicl von nfinite-Gründer Alex de Vigan erhält 10 Millionen Dollar von Inovia Capital für hochwertige 3D-Simulationen zum Training von Robotern.

Das Startup Physicl hat in einer Seed-Runde unter Führung von Inovia Capital 10 Millionen Dollar eingesammelt. Das Geld soll Roboterbauern und Entwicklern von World Models helfen, ihre Systeme in realistischeren simulierten Umgebungen zu trainieren.
Gegründet wurde Physicl von Alex de Vigan, der zuvor zehn Jahre lang nfinite leitete. Das Unternehmen ermöglichte es Marken und Händlern, 3D-Modelle ihrer Produkte für den Online-Verkauf zu erstellen. Als transformerbasierte KI das Geschäft stärker in Richtung generativer Bilder verschob, erkannte de Vigan eine neue Verwendung für die Technik seines Teams: die originalgetreue Darstellung von 3D-Umgebungen. „Der KI fehlte die Fähigkeit, Raum und Objekte zu verstehen, mit ihnen zu interagieren und sie zu manipulieren“, sagt er.
Die Lücke zwischen Simulation und Realität
Forscher, die physische KI-Modelle für Aufgaben wie den Umgang mit kleinen, unterschiedlichen Objekten entwickeln, sind mit den Ergebnissen des Trainings auf Videos unzufrieden. Auch das Sammeln von Daten per Fernsteuerung ist teuer. Simulationen gelten als vielversprechende Alternative, doch es ist schwierig, virtuelle Welten physikalisch korrekt zu gestalten.
De Vigan zufolge kann die Pipeline seiner früheren Firma unstrukturierte, unvollständige Informationen aus der realen Welt in eine hochgenaue physische Repräsentation mit korrekter Geometrie, Materialien und Physik verwandeln. Physicl konzentriert sich auf das Post-Training von Modellen für schwierige Randfälle.
Das erste Produkt, Studio, enthält 10.000 3D-Umgebungen und 100.000 Objekt-Assets. Nutzer bauen Szenen, um synthetische Trainingsdaten für konkrete Probleme zu erzeugen, etwa für einen Roboter, der eine Tasse auf einer überfüllten Arbeitsplatte oder im Schatten schlecht erkennt.
Erster Kunde und Konkurrenz
Der World-Model-Entwickler SpAItial arbeitete als früher Kunde mit Physicl zusammen. Sein Tool erzeugt 3D-Simulationen aus 2D-Bildern, das neueste Modell Echo-3 erschien vergangene Woche. CEO Matthias Niessner, zugleich Robotik-Professor an der Technischen Universität München, sagt, dafür seien hochwertige synthetische Daten nötig. Besonders reizvoll findet er, Daten spontan zu erzeugen: Ein KI-Agent erkennt, was dem Training fehlt, und fordert es automatisch an.
Physicl will nicht nur Datenlieferant sein, sondern Werkzeug für fortlaufende Erzeugung synthetischer Daten. De Vigan stellt sich vor, dass Kunden Billionen Bilder oder Millionen Stunden Lidar-Aufnahmen einspeisen und Milliarden Variationen erhalten. Er räumt ein, dass der Markt voll ist: „Der Bereich ist sehr jung und manchmal sehr unscharf.“
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