Minecraft: Student baut die ganze Schweiz im Maßstab 1:1 nach
Ein 22-jähriger ETH-Student namens Manifold hat die Schweiz in Minecraft nachgebaut – ein Block pro Meter, auf Basis offener Swisstopo-Geodaten.

Ein 22-jähriger Student der ETH Zürich hat die gesamte Schweiz in Minecraft im Maßstab 1:1 nachgebaut. Im Spiel nennt er sich Manifold und hat sich 3D-Modellierung und den Umgang mit Geodaten selbst beigebracht. Auf der Projektseite zeigt eine Karte den Bau, darunter blendet ein Schieberegler das echte Luftbild von Swisstopo ein. Der Vergleich fällt verblüffend genau aus.
„Alles begann mit dem Wunsch, die Schweizer Berge und Täler als physische Modelle in den Händen zu halten“, sagt Manifold. Die Umrechnung ist denkbar einfach: Ein Minecraft-Block entspricht einem Meter in der Realität. Die Karte umfasst damit 41.285 Quadratkilometer.
Offene Daten als Grundlage
Die Welt speist sich aus mehreren öffentlichen Datensätzen von Swisstopo, dem Bundesamt für Landestopografie. Das Gelände stammt aus dem Höhenmodell swissALTI3D, Seen und Gewässer aus swissBATHY3D, Wald- und Baumhöhen aus swissSURFACE3D und die Gebäude aus swissBUILDINGS3D.
Das war nicht immer möglich: Bis zum 1. März 2021 brauchte man für die meisten digitalen Swisstopo-Produkte eine Sondergenehmigung. Seither sind Karten, Luftbilder und Landschaftsmodelle offene, kostenlose Daten, auch für kommerzielle Zwecke. „Dieses Projekt ist nur möglich, weil die Schweiz ihre Geodaten kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt“, sagt Manifold. Soweit er wisse, gebe es nirgends sonst so detaillierte offene Daten für ein ganzes Land. Das Vorgehen lasse sich deshalb kaum übertragen.
Den Großteil der Karte gibt es nur im Abo. Die UNESCO-Welterberegion Jungfrau-Aletsch hat Manifold jedoch kostenlos freigegeben.
Nicht der erste Länderbau
Die dänische Geodatenagentur bildete Dänemark bereits 2014 im Maßstab 1:1 mit rund 4 Milliarden Blöcken nach; die Idee stammte von Mitarbeiter Simon Kokkendorf, gedacht als Lehrmittel. 2013 brachte der britische Ordnance Survey Großbritannien mit mehr als 22 Milliarden Blöcken ins Spiel, umgesetzt vom Praktikanten Joseph Braybrook. Dort deckte jeder Block 50 Quadratmeter ab, die Luftansicht wirkt daher deutlich gröber als in der Schweizer Version.
Das Projekt zeigt zudem, wie weit Minecraft zur Plattform geworden ist, um große Geodatenmengen in digitale Abbilder realer Orte zu verwandeln. Werkzeuge wie CartoVoxel, das Gebiete von New York aus Straßen-, Gebäude- und Geländedaten erzeugt, oder Map2Minecraft mit OpenStreetMap-Daten gehen in dieselbe Richtung.
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