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Sicherheit·2 Min. Lesezeit

Meta Muse: Teilen-Funktion pausiert, geteilte Chats leicht auffindbar

Meta setzt die Link-Freigabe im KI-Agenten Muse aus, nachdem Forscher private Gespräche per einfacher DNS-Suche aufspüren konnten.

Smartphone showing the Meta Muse AI assistant with a padlock icon symbolizing exposed shared conversation links
Bild: WIRED

Meta hat die Teilen-Funktion in Muse, seinem neuen universellen KI-Agenten, vorerst ausgesetzt. Sicherheitsforscher hatten gezeigt, dass geteilte Unterhaltungen auch von Personen gefunden werden können, denen nie ein Link gegeben wurde. Der Konzern prüft den Fall und erwägt Änderungen.

Wie WIRED unter Berufung auf einen Bericht von Ars Technica schreibt, listeten Forscher der Sicherheitsfirma Claroc 6.800 Freigabelinks auf. Einige hundert davon öffneten sie und stießen auf eindeutig nicht öffentliche Inhalte: Notizen eines Kandidaten für ein vertrauliches Gespräch mit einer KI-Firma, eine interne Umsatzauswertung für einen CEO, den Kreditantrag eines Kleinunternehmers samt Summe, eine Betrugswarnung einer Bank mit Teilkontonummer sowie den Leistungsbericht eines Immobilieninvestors mit Adressen und Hypothekendaten. Auch ein Jahresurlaubskalender einer Belegschaft war darunter. „Es brauchte eine einzige Abfrage“, so die Forscher.

Warum die Links auffindbar waren

Alle Muse-Links liegen unter der Domain cf.metaaiusercontent.com, der Titel der Unterhaltung steht in der Subdomain, gefolgt von einer langen Zufallszeichenfolge. Passive-DNS-Dienste speichern Namensauflösungen, sobald ein Link geöffnet wird, und machen die Subdomains so durchsuchbar. Claroc nennt die Seiten „GhostShares“. Dass der Titel in der Subdomain statt im URL-Pfad steht, ermöglicht die öffentliche Entdeckung.

Claroc-Mitgründer und CTO Asaf Aprozper meldete den Fund am 8. Oktober über Metas Bug-Bounty-Programm und versuchte es zusätzlich über LinkedIn, ohne Antwort. Meta erklärte, Nutzer könnten einzelne Muse-Artefakte per Link teilen; die Funktion sei pausiert, bis man prüfe, wie die Links auffindbar sind.

Vertrauensfrage für Muse

Muse stieg rasch in den App-Store-Charts von Apple nach oben. Der Agent füllt Formulare aus, bucht Termine, kauft ein und erstellt Dokumente, wofür er Zugriff auf die meisten Konten benötigt. Mark Zuckerberg sagte im Vormonat, Muse sei von Grund auf für Datenschutz und Sicherheit gebaut.

Drei Wochen nach dem Start meldete Patrick Wardle eine Zero-Day-Lücke, über die jede andere App auf demselben Gerät ein Muse-Konto übernehmen konnte. Meta spielte sie herunter, da dafür ein bereits kompromittiertes Gerät nötig sei. Mit der Aussetzung der Freigabe besteht diese konkrete Gefahr zunächst nicht mehr.

Schlagwörter:metamuseai assistantprivacyclarocdata exposure

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