LG Electronics fertigt Humanoiden Cloid jetzt selbst in Seoul
LG Electronics baut den Semi-Humanoiden Cloid nun im Data Factory in Yangjae selbst zusammen und will Aktuatoren und Rechenchips künftig im eigenen Haus fertigen.

LG Electronics stellt seinen Semi-Humanoiden Cloid inzwischen selbst im Data Factory im Seouler Stadtteil Yangjae her. Das geht aus Angaben aus der Robotikbranche hervor. Bislang übernahmen externe Firmen wie AgiBot und Robostar die Auftragsfertigung.
Von Massenproduktion kann noch keine Rede sein: Die Roboter werden offenbar per Hand montiert, nicht auf Fabrikanlagen. Ein Data Factory ist eine Einrichtung, die Wohnungen und Fabriken nachbildet. Roboter bewegen, stapeln und montieren dort Teile und erzeugen so reale Aufgabendaten. LG setzt die selbst gebauten Cloids dort ein; bis Jahresende sollen mehrere hundert Exemplare hinzukommen. Ein Branchenvertreter sagte, es handle sich um Geräte für Forschung und Entwicklung, und LG werde Humanoide wohl auch künftig selbst bauen.
Vom Auftragsfertiger zur Eigenproduktion
AgiBot baute in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf LGs Wunsch etwa 20 Einheiten. Die Enthüllung des Cloid auf der CES 2026 wurde offenbar kurzfristig beschlossen, sodass nur rund sechs Monate Vorbereitungszeit blieben. Deshalb greift LG vermutlich auf den technisch starken chinesischen Hersteller zurück. AgiBot ist Chinas größter Humanoiden-Anbieter und kam im ersten Halbjahr auf 44 Prozent der weltweiten Auslieferungen; LG ist dort seit dem Vorjahr gemeinsam mit der Mirae Asset Group beteiligt.
Im ersten Halbjahr 2026 fertigte Robostar den Cloid, ein Industrieroboter-Unternehmen, an dem LG 33,4 Prozent hält. Derzeit läuft diese Produktion laut einer Quelle nicht.
Aktuatoren und Chips im Fokus
LG will Aktuatoren und Rechenchips selbst herstellen. In Changwon entstand im ersten Halbjahr eine Pilotlinie für Aktuatoren; in der zweiten Jahreshälfte laufen Automatisierung der Anlagen und Qualitätsverbesserungen als Vorbereitung auf die Serienfertigung, parallel sucht LG Aufträge bei potenziellen Kunden weltweit. Aktuatoren machen mehr als die Hälfte der Herstellungskosten eines Humanoiden aus, die Eigenfertigung entscheidet daher stark über die Preisfähigkeit.
Bei den Chips schätzt eine Quelle den Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern auf 30 bis 40 Prozent. Kurzfristig dürfte LG Nvidia-Chips nutzen, mittel- bis langfristig eigene entwickeln. Zur Senkung der Abhängigkeit von einem Lieferanten kommen auch Intel und Qualcomm infrage; Qualcomms IQ9 und IQ10 gelten wegen ihrer Energieeffizienz als aussichtsreich.
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