Humble Robotics sammelt 51 Mio. Dollar für fahrerlose E-Lkw ein
Das Start-up Humble Robotics aus San Francisco holt 51 Millionen Dollar von Obvious Ventures für autonome Elektro-Lkw ohne Fahrerkabine. Pilotkunden folgen 2027.

Humble Robotics, ein Start-up aus San Francisco für autonome elektrische Frachtfahrzeuge, hat in einer Series-A-Runde 51 Millionen Dollar eingesammelt. Angeführt wird die am Donnerstag verkündete Runde von Obvious Ventures. Auch die bisherigen Investoren Eclipse und Energy Impact Partners beteiligten sich.
Damit steigt das Gesamtkapital auf 75 Millionen Dollar, knapp ein Jahr nach der Gründung. Vor sechs Monaten war Humble mit einer von Eclipse angeführten Seed-Runde über 24 Millionen Dollar aus dem Stealth-Modus gekommen und hatte sein erstes Fahrzeug vorgestellt, den Humble Hauler.
Ein Lkw ohne Fahrerhaus
Der Hauler hat keine Kabine für einen Fahrer. Humble entwickelt Fahrzeug und Fahrsoftware gemeinsam als ein System. Ohne Kabine ist er laut InsideEVs 20 Prozent leichter als herkömmliche Sattelzugmaschinen für denselben Einsatz.
Das Fahrzeug befördert Fracht von einer Laderampe zur nächsten, etwa zwischen Häfen, Bahnterminals, Lagern und Verteilzentren. Die erste Version transportiert Seecontainer, hat eine maximale Reichweite von 200 Meilen (rund 320 km) und fährt höchstens 55 mph (etwa 90 km/h).
Humble setzt auf regionale Strecken statt auf den Fernverkehr. Laut US-Energieministerium legten 2021 rund 87 Prozent der Lkw-Fracht in den USA (nach Gewicht) weniger als 250 Meilen zurück.
Wie es weitergeht
Mit dem Geld will das Unternehmen Pilotprojekte mit Kunden durchführen, weiter testen und die Frühfertigung starten. Außerdem soll die modulare Plattform zu einer größeren Fahrzeugfamilie für verschiedene Transportaufgaben wachsen. Humble arbeitet bereits mit Aufsichtsbehörden zusammen, um den kommerziellen Einsatz vorzubereiten.
Bisher hat Humble noch keine Fracht kommerziell bewegt. Gründer und CEO Eyal Cohen zufolge starten die Kundenpiloten im ersten Quartal 2027, der kommerzielle Betrieb im dritten Quartal. Cohen arbeitete zuvor bei Apple, Uber und Waabi an selbstfahrenden und elektrischen Fahrzeugen. Die schwierigere Frage sei, Autonomie so zu gestalten, dass sich Spediteure täglich darauf verlassen können.
Mo Islam von Obvious Ventures sagte, die Arbeit könne die Lieferketten der USA stärken und den Warentransport zwischen wichtigen Standorten verlässlicher machen. Die Konkurrenz bewegt sich ebenfalls: Gatik sammelte im August 200 Millionen Dollar für fahrerlose Kastenwagen ein, und Lidl setzte im September Einrides Lkw ohne Kabine in Deutschland im Alltag ein.
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