Osegi
KI·2 Min. Lesezeit

Grok Imagine: Siebenminütige KI-Odyssee stößt auf scharfe Kritik

Grok Imagine hat mit Wonder Studios die ersten sieben Minuten einer KI-Odyssee veröffentlicht – Elon Musks Antwort auf Christopher Nolan. Die ersten Urteile fallen hart aus.

A still from an AI-generated Odyssey episode showing Odysseus in armor on a rocky shore beside a ship, rendered in glossy, overly smooth detail.
Bild: MamStartup

Grok Imagine hat die ersten sieben Minuten einer KI-generierten Adaption von Homers „Odyssee“ veröffentlicht. Der Clip erschien am 23. Oktober 2026. Entstanden ist er gemeinsam mit Wonder Studios und Regisseur Dev Walker – als Folge von Elon Musks Ankündigung, eine historisch getreue Alternative zu Christopher Nolans Film zu liefern.

Vom Kulturkampf-Versprechen zum Kurzclip

Nolans „The Odyssey“ lief im Juli 2026 in den Kinos an und wurde ein großer kommerzieller Erfolg. Schon vor dem Start gab es Debatten über die Besetzung. Musk kritisierte offen die Wahl nicht weißer und transgeschlechtlicher Darsteller und kündigte eine eigene Version an, die dem ursprünglichen Geist Homers treu bleiben sollte.

Drei Monate später liegt kein Spielfilm vor, sondern eine siebenminütige erste Folge. Sie zeigt Odysseus bei den Vorbereitungen zur Fahrt nach Troja, den Abschied von Penelope, die ihm eine hölzerne Pferdefigur für den Sohn mitgibt, außerdem Kriegsvorbereitungen und den heranwachsenden Telemachos.

Technik beeindruckt, Erzählung nicht

Laut WIRED räumte Grok selbst ein, dass die erzeugte Produktion historisch nicht korrekt sei. Das Modell wies darauf hin, dass Homers Epos mythologische, literarische und historische Stränge verwebt und die Ereignisse nicht als überprüfte Chronik gelten können.

Handwerklich ist das Bild gemischt. Einzelne Einstellungen täuschen kurz echte Schauspieler und aufgewühltes Meer überzeugend vor – ein Beleg für den Fortschritt generativer Videotechnik. Die Gesichter wirken jedoch übermäßig glatt, Zähne und Frisuren makellos, die Dialoge steif, und die Lippensynchronität bricht regelmäßig weg.

Anthony Ha von TechCrunch bemängelte fehlende Dramaturgie und emotionale Tiefe. Schon vor der Hälfte habe er auf die Fortschrittsleiste geschaut, und er verglich das Video mit einer Zwischensequenz in einem Computerspiel, die man am liebsten überspringen möchte.

Die Veröffentlichung zeigt die Lücke zwischen visueller Qualität und Erzählkunst. Generatives Video liefert inzwischen überzeugende Bilder, doch daraus eine Geschichte zu machen, die ein Publikum trägt, bleibt ungelöst. Das Team fragt in den Kommentaren, ob Zuschauer eine ausführliche Darstellung der Produktionsweise wünschen.

Schlagwörter:grok imagineelon muskwonder studiosodysseygenerative videochristopher nolan

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: KI

Alle anzeigen →