Firehawk Defense sammelt über 150 Mio. Dollar in Serie D ein
Der US-Hersteller von Treibstoffen und Raketenmotoren Firehawk Defense erhält in Serie D über 150 Millionen Dollar, angeführt von Rochefort und Advent International.

Firehawk Defense, ein US-Hersteller von Treibladungen und Raketenmotoren für die Rüstungsindustrie, hat in einer Series-D-Runde mehr als 150 Millionen US-Dollar eingeworben. Der Investor Rochefort Asset Management gab die Finanzierung am Donnerstag Ortszeit bekannt und führte sie gemeinsam mit Advent International an. Rochefort hatte dem Unternehmen bereits im April ein vorrangig besichertes Darlehen gewährt.
Mit dem Geld will Firehawk seinen Fertigungsstandort in Lawton, Oklahoma, und die Raketenintegrationsanlage in Crawford, Mississippi, ausbauen. Ziel ist es, die Produktion von Artilleriemotoren, Feststoffraketenmotoren, energetischen Materialien und Treibstoffen für US-amerikanische und verbündete Kunden zu beschleunigen. Bewertung und Gesamtfinanzierung nannte das Unternehmen nicht.
Warum die Nachfrage steigt
Laut Rochefort schrumpfen durch den anhaltenden Munitionsverbrauch in der Ukraine und im Nahen Osten die Bestände an Artillerie- und Raketenantrieben in den USA und bei ihren Verbündeten. Auch Base-Bleed-Antriebe, die die Reichweite von Standardgranaten im Kaliber 155 mm erhöhen, sind wegen Engpässen in den Lieferketten knapp. Rochefort sieht Firehawk gemeinsam mit General Dynamics Ordnance and Tactical Systems in der Lage, Base-Bleed-Motoren für die internationale Nachfrage nach Granaten mit größerer Reichweite zu liefern.
Schnellere Treibstofffertigung
Der Vorteil des Unternehmens liegt im Verfahren. Statt des klassischen Gieß-und-Aushärten-Prozesses (cast-and-cure) nutzt Firehawk eine kontinuierliche thermoplastische Fertigungsplattform, die Treibstoff in Stunden statt Wochen formt. Dieses Verfahren soll vom Treibstoff auf Motoren und später auf fertige Munition ausgeweitet werden.
Das in Dallas, Texas, ansässige Unternehmen fertigt derzeit Treibstoff für Feststoffraketenmotoren sowie Hydra-70-Raketenmotoren und entwickelt Base-Bleed-Motoren für 155-mm-Granaten. Die Anlage in Crawford ist bereits in Betrieb und integriert Hydra-70-Raketen. Nach einem OTA-Auftrag (Other Transaction Authority) der US-Armee feuerte Firehawk im August auf dem Yuma Proving Ground sechs Hydra-70-Raketen ab, alle erfolgreich. Die US-Armee beschafft jährlich je nach Einsatzanforderung bis zu mehr als 330.000 Hydra-70-Raketen. Zudem hält Firehawk einen Entwicklungsauftrag der US Air Force für Feststoffraketenmotoren.
Das Treibstoffwerk Great Plains Arsenal in Lawton soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Geplant sind 740.000 Pfund thermoplastischer Treibstoff pro Jahr, die Kapazität lässt sich auf über 3,1 Millionen Pfund erweitern.
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