Google plant nichtöffentliches Geodaten-Forum in Südkorea
Google Korea bereitet für den 23. November ein internes Forum zur Geodatenbranche vor. Es gilt als Antwort auf Auflagen für den Export hochpräziser Karten.

Google arbeitet in Südkorea an einem Konzept für die Zusammenarbeit mit der heimischen Geodatenbranche und Startups. Hintergrund ist der erwartete Export hochpräziser Karten im Maßstab 1:5.000. Laut Branchenkreisen bereitet Google Korea für den 23. November ein nichtöffentliches „Forum zur Koexistenz der Geodatenindustrie“ vor. Es soll Wege für die globale Expansion koreanischer Startups ausloten; auch die Teilnahme von Regierungsstellen wird offenbar abgestimmt.
Ungewöhnliches Format
Google Korea veranstaltet seit 2020 ein Forum zum App-Ökosystem und seit 2024 ein Forum zu verantwortungsvoller KI. Im Juli fand erstmals eine gemeinsame Veranstaltung statt, bei der es um Grundsätze verantwortungsvoller KI-Entwicklung und den Einfluss von Technologietrends auf das App-Ökosystem ging. Ein Forum für die Geodatenbranche ist dagegen ungewöhnlich. Beobachter werten es als Versuch, die von der Regierung geforderten Maßnahmen zu konkretisieren.
Im Februar hatte das Gremium, das den Export von Vermessungsdaten ins Ausland prüft, Google die Ausfuhr der Karten im Maßstab 1:5.000 erlaubt. Es verband dies mit Sicherheitsauflagen und verlangte ein Konzept, das der heimischen Geodatenbranche, verwandten Feldern wie KI und dem ausgewogenen Wachstum des Landes zugutekommt. Mit dessen Vorlage könnte der Export tatsächlich beginnen.
Branche fordert konkrete Investitionen
Google habe schon früher Partnerschaft versprochen, so ein Branchenvertreter, das sei aber eher „Imagepflege“ gewesen. Entscheidend sei, ob wirklich investiert werde. Offen ist, ob Google belastbare Vorschläge zur Kooperation mit koreanischen Firmen oder zur Auslandsförderung von Geodaten-Startups macht.
Für den Markt ist das relevant: Laut Mobileindex hatte Google Maps im Oktober 10,5 Millionen monatlich aktive Nutzer und lag damit hinter Naver Map (31,21 Millionen) und KakaoMap (13,82 Millionen) auf Platz drei. Im Juli überschritt es mit 10,13 Millionen erstmals die Marke von 10 Millionen und hält sie seit vier Monaten. Startet Google auf Basis der Karten KI-gestützte Navigation, träfe das heimische Startups hart.
Ein Vertreter der Wissenschaft sprach von einer Existenzfrage für viele Anbieter und forderte vorhersehbare Maßnahmen, etwa Signale zu Änderungen bei den API-Preisen. Da Korea steuerfinanzierte Geodaten kostenlos bereitstelle, dürfe Google sich nicht als bloßer Außenstehender sehen. Das Konzept müsse alle Beteiligten von Erzeugung über Vertrieb und Aufbereitung bis zur Nutzung und zu Kartenplattformen einbeziehen.
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