Google baut Rechenzentrum in Wyoming: 17 Mrd. Dollar, Gas und CO2-Abscheidung
Google errichtet sein erstes Rechenzentrum in Wyoming bei Cheyenne. Das 17-Milliarden-Dollar-Projekt läuft vor allem mit Erdgas, darunter ein 702-MW-Brennstoffzellenwerk.

Google baut sein erstes Rechenzentrum in Wyoming. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag eine langfristige Investition von 17 Milliarden Dollar im Laramie County bei Cheyenne an. Der Strom stammt überwiegend aus Erdgas, wobei eine CO2-Abscheidung den Großteil der Emissionen von der Atmosphäre fernhalten soll. Einen Tag zuvor hatte Google ein 15-Milliarden-Dollar-Vorhaben für Malaysia vorgestellt.
Brennstoffzellenwerk mit 702 MW als Kern
Die wichtigste Quelle ist ein Brennstoffzellenwerk von American Electric Power mit 702 MW Leistung, gebaut mit Technik von Bloom Energy. Es wandelt Erdgas in Strom um, ohne es zu verbrennen. AEP hatte im Oktober angekündigt, rund 4 Milliarden Dollar in die Anlage zu investieren. Google nimmt den Strom im Rahmen eines 20-Jahres-Vertrags ab; das Werk soll bis Ende 2028 voll in Betrieb gehen.
Das abgeschiedene CO2 soll im nahen Eastern Wyoming Sequestration Hub von Tallgrass Energy unterirdisch gespeichert werden. Laut Google entfällt damit „ein Großteil“ der Emissionen des Werks, eine konkrete Zahl nennt das Unternehmen nicht. Es bezeichnet die Anlage als die bislang größte ihrer Art in der Planung.
Zusätzlich bezieht Google Strom aus Gaskraftwerken von Tallgrass und Black Hills Energy und prüft, ob sich die Turbinen von Tallgrass mit CO2-Abscheidung nachrüsten lassen. Mit Wyoming steigt die vertraglich gesicherte Leistung aus Kraftwerken mit CO2-Abscheidung auf fast 1 GW. Der erste derartige Vertrag, für ein Gaskraftwerk in Illinois, stammt vom Oktober 2025.
Wasser, Kosten und Widerstand vor Ort
Google erklärt, es werde den gesamten verbrauchten Strom und die für sein Wachstum nötigen Netzausbauten selbst bezahlen. Das fordern auch US-Politiker von Big Tech. Das Rechenzentrum wird luftgekühlt, um Wasser zu sparen. In Cheyenne ist das ein heikles Thema: Im Juli stoppte die Stadt einige Wassereinleitungen von Rechenzentren, nachdem ein Auftragnehmer von Meta ein seltenes Bakterium in das Abwasser-Wiederverwendungssystem eingebracht hatte.
Google rechnet mit Grundsteuereinnahmen von mehreren hundert Millionen Dollar für den Landkreis und dessen Schulen. Gemeinsam mit seinen Partnern richtet das Unternehmen zudem einen Bürgerrat ein, nachdem mehr als 200 Einwohner Sorgen über die Folgen des Rechenzentrumsbooms für Cheyenne geäußert hatten.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Google gab das Projekt zwei Tage bekannt, nachdem US-Wähler in 40 von 41 lokalen Abstimmungen Rechenzentren abgelehnt hatten.
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