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Sonstiges·2 Min. Lesezeit

Frankreich fördert kompakte Stromquelle für Schiffs-Railgun

Frankreichs Agentur für Verteidigungsinnovation finanziert zwei Jahre lang ein Projekt von Hemeria und ISL, das die Stromversorgung einer Schiffs-Railgun um das Fünf- bis Zehnfache verkleinern soll.

Conceptual illustration of a naval frigate fitted with an electromagnetic railgun firing a projectile at sea.
Bild: Numerama

Frankreichs Agentur für Verteidigungsinnovation (AID) finanziert zwei Jahre lang ein Projekt, das eine elektromagnetische Kanone schiffstauglich machen soll. Der Industriekonzern Hemeria und das deutsch-französische Forschungsinstitut ISL haben das Vorhaben auf der Messe Euronaval 2026 vorgestellt.

Das Hauptproblem ist der Platzbedarf, vor allem bei der Energieversorgung. Eine Railgun verschießt Projektile ohne Pulver mithilfe eines sehr starken elektrischen Impulses. Laut AID braucht es mehr als eine Million Ampere binnen eines Sekundenbruchteils, um ein Geschoss auf über 2 Kilometer pro Sekunde zu beschleunigen, fast das Sechsfache der Schallgeschwindigkeit.

Superkondensatoren und XRAM-Generator

Die Filmkondensatoren, die diesen Strom heute liefern, sind laut AID viel zu groß für eine Fregatte. Getestete handelsübliche Lithium-Ionen-Akkus stießen an Stromgrenzen und benötigten dreimal zu viel Platz.

Der Demonstrator kombiniert Superkondensatoren, die Energie deutlich schneller abgeben als ein Akku, mit einem XRAM-Generator, einer Spulenschaltung, die den Strom bei der Entladung vervielfacht. Hemeria liefert die Superkondensatoren und entwickelt deren Managementsystem samt Ladegerät, Testsoftware sowie Steuer- und Sicherheitskomponenten. Das ISL stellt den XRAM-Generator und validiert die Superkondensatoren in praxisnahen Tests.

Der Prüfstand zielt auf einen Spitzenstrom von über 50.000 Ampere, etwa ein Zwanzigstel des für einen Schuss nötigen Werts. Ziel ist, die Grenzen verfügbarer, qualifizierter Schaltbauteile nicht zu überschreiten und Volumen und Masse der Versorgungskette gegenüber Filmkondensatoren um den Faktor 5 bis 10 zu senken.

Ein schwieriges Feld

Die Technik hat eine schwierige Bilanz. Die US Navy beendete ihr Programm 2021, nachdem sie in fünfzehn Jahren rund eine halbe Milliarde Dollar (knapp 450 Millionen Euro) ausgegeben hatte. Sie nannte Budgetzwänge und die schwierige Integration in ihre Gefechtssysteme.

Ungelöst sind zudem Hitze und Druck bei jedem Schuss, die das Material erheblich abnutzen. Auch Kaliber und erwartete Leistung bei Reichweite und Geschwindigkeit begrenzen die Entwicklung.

Dennoch forschen mehrere Staaten weiter. Die AID zählt weiterhin die USA und China zu den wichtigsten Akteuren. Japan unterzeichnete 2024 ein Kooperationsabkommen zu diesen Waffen mit Frankreich und Deutschland und hat seine Kanone bereits getestet.

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Schlagwörter:railgunhemeriaisleuronavalfrench navysupercapacitors

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