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Südkorea verschiebt Krypto-Steuer auf 2029 und plant Verlustvortrag

Südkorea verschiebt die Besteuerung von Krypto-Gewinnen um zwei Jahre auf 2029. Geplant sind ein dreijähriger Verlustvortrag sowie Regeln für Stablecoins und Perpetual Futures.

Government officials at a podium in Seoul announcing a delay to South Korea's cryptocurrency income tax.
Bild: 미래를 보는 창 - 전자신문

Südkorea verschiebt den Start seiner Einkommensteuer auf Kryptowerte um zwei Jahre, von 2027 auf 2029. Zugleich will die Regierung einen Verlustvortrag über drei Jahre einführen. Das teilte das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen am 5. November bei einem Briefing in Seoul mit.

Die Verschiebung will die Regierung mit der Nationalversammlung abstimmen. Begründet wird sie damit, dass eine Besteuerung ohne ausreichende Daten zu Auslandsgeschäften inländische Anleger relativ benachteiligen könnte. Vizepremier und Finanzminister Lee Hyung-il sagte, er nehme es „schwer“, dass die Steuer nach drei früheren Verschiebungen nun ein weiteres Mal aufgeschoben werde. Man bereite sich darauf vor, dass sie 2029 ohne Probleme in Kraft tritt.

Auslandsdaten und Verlustvortrag

Kernpunkt ist der Zugriff auf ausländische Transaktionsdaten über das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF). Da der Austausch von Steuerdaten zu Kryptowerten mit den USA ab 2029 beginnen soll, will die Regierung den Aufbau des internationalen Systems beobachten und die Verknüpfung und Auswertung in- und ausländischer Steuerdaten ausbauen.

Krypto-Einkünfte gelten derzeit als sonstige Einkünfte, bei denen ein Verlustvortrag grundsätzlich nicht erlaubt ist. Wegen der hohen Kursschwankungen soll sich das ändern. Steuerabteilungsleiter Cho Man-hee stellte klar, dass die drei Jahre den Zeitraum meinen, über den Verluste vorgetragen werden können, nicht die Laufzeit der Regelung. Ein Verlust aus dem Jahr 2029 ließe sich demnach mit Gewinnen bis 2032 verrechnen. Verluste, die bereits vor Beginn der Besteuerung durch Verkauf realisiert wurden, sind ausgeschlossen.

Stablecoins und Perpetual Futures

Auch für neue Transaktionsarten im Zuge des Digital-Asset-Gesetzes soll es Steuerregeln geben. Wer einen Dollar-Stablecoin als Zahlungsmittel nutzt, löst nach dem Steuerrecht eine Veräußerung aus und wird besteuert. Für an den Won gekoppelte Stablecoins prüft die Regierung die Behandlung mit Blick auf die Regulierung durch das Gesetz und mögliche Kursschwankungen. Ob Perpetual Futures an ausländischen Börsen besteuert werden, hängt von einer rechtlichen Einordnung der Finanzaufsicht FSC ab und wird später besprochen. Auch Einkünfte aus dem Verleihen von Kryptowerten, deren Definition bislang unklar ist, sollen konkretisiert werden.

Darüber berät eine öffentlich-private Arbeitsgruppe aus Fachleuten, Branche und Ministerien. Reformvorschläge sind bis zur ersten Jahreshälfte 2027 geplant, die nötigen Gesetzesänderungen sollen in der regulären Parlamentssitzung desselben Jahres eingebracht werden. Detaillierte Steuerstandards will die Regierung in der ersten Hälfte 2028 vorlegen.

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