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EU-Verbrenner-Aus 2035: Der Kompromiss steht weiter unter Beschuss

Ab 2035 sollen in der EU keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden. Doch der Kompromiss von 2022 wird seit Jahren angegriffen – ein Zwischenstand.

Cars with combustion engines in traffic on a European road, symbolizing the planned EU phase-out of new combustion vehicles by 2035.
Bild: Autos

Eigentlich war alles geklärt: Nach 2034 sollen in der EU nur noch Neuwagen zugelassen werden, deren lokaler CO₂-Ausstoß bei null Gramm liegt. Trotzdem steht der Beschluss, der das Ende des Verbrenners bei Neuzulassungen besiegeln sollte, weiter unter Druck. Dabei hatte er damals eine breite politische Mehrheit.

Technologieoffen formuliert, aber eindeutig in der Wirkung

Die Einigung von 2022 sieht vor, den Flottengrenzwert in mehreren Schritten auf null Gramm CO₂ zu senken. Wie die Hersteller dieses Ziel technisch erreichen, schreibt die Regelung nicht vor. Sie ist ausdrücklich technologieoffen gefasst.

In der Praxis ändert das wenig am Ergebnis. Ein Verbrennungsmotor lässt sich nicht ohne das Verbrennen kohlenstoffhaltiger Treibstoffe betreiben, und dabei entsteht CO₂ – ganz gleich, wie stark der Antrieb gefördert oder optimiert wird. Die Technologieoffenheit ist damit eher formaler Natur: Bei Erstzulassungen in der EU wäre der Verbrenner ab 2035 aus dem Rennen.

Das ist bemerkenswert, weil der Verbrennungsmotor auch 2026 weltweit noch in der Mehrheit der Neuwagen steckt. Die EU würde sich mit ihrem Kurs also von einer Technik verabschieden, die global weiterhin dominiert.

Widerstand seit der Einigung

Nicht alle politisch Verantwortlichen waren von dem Beschluss gleichermaßen überzeugt, eine breite Mehrheit trug ihn dennoch. Schon kurz nach der Einigung wurde jedoch Unmut laut. Unterstützt wird er auch von Akteuren, die den wissenschaftlich gut belegten Klimawandel grundsätzlich anzweifeln oder als Erfindung der Grünen abtun.

Seitdem wird an dem gefundenen Kompromiss gezerrt. Für Autokäufer, Hersteller und Zulieferer bedeutet das vor allem eines: anhaltende Unsicherheit darüber, wie verbindlich die Vorgaben am Ende sein werden. Wer Modellzyklen, Werke und Lieferketten über Jahre plant, braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und die geraten durch die ständige Debatte ins Wanken.

Ob der Kompromiss in seiner jetzigen Form Bestand hat, ist offen. Klar ist nur, dass die Diskussion über das Verbrenner-Aus noch nicht beendet ist.

Schlagwörter:eucombustion engineco22035 bancar industryregulation

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