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KI·1 Min. Lesezeit

Claude verweigert Game-Nachbauten: Anthropic stößt auf Kritik

Anthropic untersagt Claude den Nachbau konkreter Spiele, auch unter neuem Namen. Entwickler berichten, dass die Regel auch legitime Reverse-Engineering-Projekte trifft.

A game developer at a desk looking at a code editor where an AI assistant declines a request to recreate an existing video game.
Bild: t3n Magazin

Anthropic hat den Systemprompt seiner KI-Modelle geändert: Claude soll nicht mehr beim Nachbau konkreter, existierender Spiele helfen. Der Passus steht in den Prompts von Claude Code und Claude Opus 5.5 und verbietet den „Nachbau spezifischer existierender Games“ – auch dann, wenn Entwickler:innen dem Ergebnis einen anderen Namen geben.

Das Unternehmen hat die Änderung bestätigt und auf mögliche Verletzungen geistigen Eigentums verwiesen. Anthropic-Mitarbeiter Addy Osmani erklärte auf X, solche Kopien verstießen gegen die Nutzungsrichtlinien. Zugleich dürfte sich der Konzern damit gegen mögliche Urheberrechtsklagen absichern.

Auch legitime Projekte betroffen

Erlaubt bleibt die Hilfe bei der Spieleentwicklung, wenn Nutzer:innen eigene Designs und Materialien verwenden. In der Praxis scheint die strengere Regel aber weiter zu greifen als beabsichtigt. Auf GitHub häufen sich Meldungen, wonach Claude auch die Nachbildung von Spielmechaniken oder das Patchen von Game-Code ablehnt. Auch Reverse-Engineering-Analysen von Spielen sollen blockiert werden; betroffen scheint unter anderem das verbreitete Tool Reverse Engineer Anything.

Laut Berichten auf Reddit und anderen Plattformen stoßen zudem Entwickler:innen aus anderen Bereichen auf Ablehnung, etwa bei der Analyse eines Windows-Absturzes oder beim Entfernen von Junkware von einem Smart-TV. Ob alle Beschwerden legitime Anliegen betreffen, lässt sich nicht belegen. In einigen Fällen protestierten jedoch bekannte und glaubwürdige Entwickler:innen.

Hintergrund: Kopien und Erpressung

In der Spielebranche sorgen KI-generierte Kopien zunehmend für Unruhe. Vorab geäußerte Ideen oder verbreitete Demos lassen sich mit KI-Unterstützung für Nachbauten missbrauchen, bis hin zu Erpressungsversuchen.

Anthropic kündigte an, nachzujustieren, um „ein Gleichgewicht“ zu finden. Wer in der Zwischenzeit auf eine Ablehnung bei eigenen Projekten stößt, solle Osmani das Beispiel schicken. Bis zur Anpassung müssen Entwickler:innen, die Reverse Engineering oder Spiel-Patches betreiben, mit weiteren Verweigerungen rechnen.

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Schlagwörter:anthropicclaudeclaude codegame developmentcopyrightsystem prompt

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