Neoclouds: Musk erwartet Pleiten, Nvidias Huang widerspricht
Elon Musk rechnet damit, dass viele Neoclouds scheitern. Nvidia-Chef Jensen Huang hält dagegen: Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung werde sie tragen.

Elon Musk und Jensen Huang liegen bei der Zukunft der Neoclouds weit auseinander. Das sind Unternehmen, die Rechenkapazität aus ihren Rechenzentren an KI-Labore vermieten. Musk glaubt, dass viele von ihnen mittelfristig pleitegehen. Nvidia-Chef Huang sagt, die Nachfrage werde sie tragen.
Neoclouds stellen Infrastruktur zum Training und Betrieb von KI-Modellen bereit. Zu den bekanntesten zählen CoreWeave, Lambda, Together AI, TensorWave und Nebius. Die ersten vier sitzen in den USA, Nebius in den Niederlanden.
Starke Zahlen, offene Fragen
Nach vier Jahren KI-Boom läuft es zumindest bei einigen gut. Nebius erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 582 Millionen US-Dollar; Ende Juni lag die annualisierte Umsatzrate bereits bei 3 Milliarden Dollar. CoreWeave setzte im selben Zeitraum 2,575 Milliarden Dollar um, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Auch die Zusagen der KI-Labore sind gewaltig: OpenAI, Thinking Machines Lab, Perplexity und Cognition haben bei der Neocloud Crusoe zusammen mehr als 140 Milliarden Dollar an Rechenkapazität gebucht.
Streit um die Finanzierung
Neutral ist keiner der beiden. Nvidia führt den Markt für Chips zum Training und zur Inferenz von KI-Modellen an und profitiert vom Ausbau der Rechenzentren. xAI wiederum hat einen Teil seiner Infrastruktur in ein Vermietungsgeschäft für Dritte verwandelt.
Musk argumentiert, dass Firmen, die ausschließlich Infrastruktur vermieten, Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen. SpaceX habe dank seiner Kreditwürdigkeit und mehrerer Einnahmequellen 40 Milliarden Dollar an Schulden für den Kauf von KI-Chips aufgenommen.
Huang hält die Liquiditätsprobleme mancher Anbieter für vorübergehend. Die Nachfrage nach Rechenleistung sei so groß, dass neue Finanzierungsformen entstehen würden. Am 10. August kündigte Nvidia eine Vereinbarung mit sechs Finanzinstituten an, darunter BlackRock, Goldman Sachs und Blackstone. Ziel ist es, mehr als 500 Milliarden Dollar an Drittkapital für KI-Infrastruktur zu mobilisieren.
Das dürfte helfen, doch die Börsen reagieren negativ auf das Risiko, dass die Verschuldung dieser Unternehmen untragbar wird. 2027 dürfte für die Branche ein entscheidendes Jahr werden.
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